Probleme an der Raumstation
ISS: Die Mängelliste wird länger

Nach verdächtigen Metallspilttern nun ein Riss im Sonnensegel: Die Internationale Raumstation ISS ist derzeit nicht vom Glück begünstigt. Bevor nicht wenigstens einer der beiden Defekte behoben ist, kann die Raumstation nicht erweitert werden. Jetzt müssen sich die Astronauten der Raumfähre Discovery auf einer Verlängerung ihrer Mission einstellen.

HB HOUSTON. Zwei technische Probleme bei der Stromversorgung der Internationalen Raumstation (ISS) haben der Nasa am Mittwoch Kopfzerbrechen bereitet. Ein Riss in einem Sonnensegel und ein Problem mit einem Drehgelenk, das die Segel immer an der Sonne ausrichten soll, könnten die Weiterentwicklung der Raumstation verzögern. Die Astronauten der „Discovery“ wollen mit einem weiteren Außenbordeinsatz am Donnerstag versuchen, zumindest die Schäden an dem beschädigten Drehgelenk zu beheben.

Die „Discovery“-Kommandantin Pamela Melroy erklärte, die Besatzung sei darauf vorbereitet, die Schäden zu reparieren, auch wenn sich der Rückflug damit verzögere und ein weiterer Einsatz im freien All notwendig sei. Die Ursache der Schäden war am Mittwoch allerdings noch unklar. Die Mission der an der ISS angedockten Raumfähre musste nach ersten Schwierigkeiten bereits in der vergangenen Woche um einen Tag verlängert werden. Nun könnte der Aufenthalt im All nochmals um zwei Tage ausgedehnt werden, wie der Leiter des Nasa-Raumstationsprogramms, Mike Suffredini, andeutete.

Durch die beiden technischen Mängel ist die Stromversorgung der ISS eingeschränkt. Bevor nicht wenigstens einer der beiden Defekte behoben ist, kann die Raumstation nicht erweitert werden. Damit könnte sich der nächste Space-Shuttle-Flug verzögern. Die Raumfähre „Atlantis“ soll eigentlich Anfang Dezember starten, um das europäische Forschungslabor „Columbus“ zur ISS zu bringen. Die Arbeiten für die Energieversorgung dienen der Vorbereitung für das Labor. Auch ein für Februar geplanter Anbau eines japanischen Forschungslabors müsste damit verschoben werden.

Der Riss in einem der Sonnensegel war entdeckt worden, als das Segel am Dienstag entfaltet wurde. Die Nasa brach den Vorgang daraufhin sofort ab. „Wir wissen noch nicht genau, womit wir es zu tun haben. Sobald wir es wissen, können wir darüber sprechen, was wir als nächstes unternehmen“, sagte die Leiterin des Raumfähren-Fluges, Heather Rarick. Zur Analyse des Risses machten die Astronauten Fotos von dem defekten Sonnensegel und schickten diese zur Bodenstation.

In einem siebenstündigen Außenbordeinsatz hatten zwei US-Astronauten am Dienstag zunächst die Verlegung eines Stahlträgers mit zwei Sonnensegeln erfolgreich abgeschlossen. Während sich der eine Flügel planmäßig entfaltete, entdeckten die Astronauten in dem zweiten Flügel den Riss. Am Samstag ist ein fünfter Einsatz im All geplant. Dabei sollen die Astronauten möglicherweise den Riss im Sonnensegel reparieren. Die Besatzung der US-Raumfähre „Discovery“ wird mindestens bis Montag in der ISS bleiben. Die Rückkehr zur Erde ist für Mittwoch nächster Woche geplant.

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