Probleme dauer an
Kein Recycling-Wasser auf der ISS

Eigentlich sollte die neue Recycling-Anlage auf der Internationalen Raumstation ISS Wasser aus Urin und Schweiß gewinnen. Doch bislang ist das System, das die Station unabhängiger von einer Versorgung von der Erde aus machen soll, ein ziemlich Flop.
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HB WASHINGTON. Die Probleme mit der Urin-Recyclinganlage an Bord der Internationalen Raumstation ISS dauern an. Zwar lief die Anlage nach einer Reparatur in der Nacht zum Montag länger als bei vorherigen Testläufen. Jedoch habe sich das Gerät auch dieses Mal wieder selbstständig abgeschaltet, teilte die Nasa-Bodenkontrolle mit. Mit der Anlage sollen Urin, Schweiß und das Kondenswasser aus der Atemluft der ISS-Bewohner zu Trinkwasser aufbereitet werden, um die Raumstation so unabhängiger von einer Versorgung von der Erde zu machen.

Vor dem letzten Testlauf hatten Astronauten Gummi-Puffer an einer Zentrifuge im Destillationsteil der Urin-Recyclinganlage ausgebaut. Dadurch sollten Vibrationen vermindert werden, in denen man die Ursache für die Funktionsstörung vermutet. Anschließend lief die High-Tech-Anlage zwar länger als zuvor, schaltete sich dann aber nach dreieinhalb Stunden wieder selbstständig ab. Bei den zwei vorangegangenen Testläufen war bereits nach zwei Stunden Schluss.

Wie ISS-Kommandant Mike Fincke der Bodenkontrolle meldete, konnte das Gerät während des dritten Testlaufs in der Nacht zum Montag rund 3,8 Liter Urin aufbereiten. Nasa-Wissenschaftler suchten weiter fieberhaft nach der Ursache für die Funktionsstörung, in der Hoffnung, das Gerät bis zum Abflug der an der ISS angedockten US- Raumfähre „Endeavour“ am Donnerstag zum Laufen zu bringen. Notfalls könnte das Shuttle auch einen Tag länger bleiben, hieß es bei der Nasa.

Die „Endeavour“ soll Proben aus der Urin-Recyclinganlage mit zur Erde bringen, die dann von Wissenschaftlern untersucht werden sollen. In frühestens drei Monaten könnte das durch die Maschine gewonnene Wasser dann zum Trinken freigegeben werden - immer vorausgesetzt, dass die Anlage rechtzeitig funktioniert. Die Gewinnung von Trinkwasser in der Station ist eine Voraussetzung für die geplante Erweiterung der ISS-Besatzung: Ab Mai sollen sich dort sechs Bewohner dauerhaft aufhalten können, bislang sind es drei.

Am Montag stand für die Shuttle-Astronauten noch ein vierter und letzter Außenbordeinsatz auf dem Programm. Dabei sollte ein Drehgelenk an einem der Solarflügel, die die ISS mit Strom versorgen, gewartet werden. Bei den vorangegangenen drei Weltraumspaziergängen hatten sich die Astronauten Heidemarie Stefanyshyn-Piper und Steve Bowen um das defekte Drehgelenk eines anderen Sonnensegels gekümmert. Die Reparatur war bis Samstag weitgehend abgeschlossen. Nur eine letzte Halterung an dem Flügel sollte am Montag noch ausgetauscht werden.

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