Probleme im Weltraum
Experten brüten über ISS-Computerausfall

Russische Experten haben bis zum Freitagmorgen vergeblich versucht, den Computerausfall auf der Internationalen Raumstation ISS vollständig zu beheben. Die Nasa hofft nun, die sensiblen IT-Systeme mit einem Neustart wieder funktionsfähig zu machen. Die Astronauten bereiten sich derweil auf eine mögliche Verlängerung ihrer Weltraummission vor.

HB MOSKAU. „An der Analyse des Problems ist eine große Zahl von Fachleuten des Raumfahrtkonzerns „Energija“ und der Flugleitzentrale bei Moskau beteiligt“, sagte ein „Energija“- Sprecher am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax. Das Problem müsse ohne Hektik angegangen werden. „Das erfordert einige Zeit.“

Der Ausfall wurde nach Angaben der Nasa vermutlich von einer elektromagnetischen Störung verursacht, nachdem für den Anschluss eines neuen Sonnensegels auch neue Stromkabel in der Station verlegt worden waren. Nun soll ein NEustart die IT-Systeme wieder funktionsfähig machen. Zuvor sollen die Stromleitungen abgeschaltet werden.

Die Computer wurden innerhalb des Daimler-Benz-Konzerns für die Europäische Weltraumbehörde ESA entwickelt. Sie sind dafür zuständig, die Lage der Station in der Erdumlaufbahn sowie die Sauerstoff- und Wasserversorgung zu steuern. Die Störung sei zwar bislang einmalig, gebe aber bislang noch keinen Anlass, um eine Evakuierung der Station in Erwägung zu ziehen, sagte Nasa-Projektleiter Bill Gerstenmaier.

Die Ausrichtung der Raumstation kann von der Raumfähre „Atlantis“ unterstützt werden, die seit Sonntag an der ISS angedockt ist. Deswegen bereiten sich die Astronauten der „Atlantis“ auf eine weitere Verlängerung ihrer Mission vor. Kameras, Notebooks und einige Leuchten der Raumfähre wurden ausgeschaltet, um Energie für einen möglichen weiteren Tag im All zu sparen. Wegen der Reparatur einer gelockerten Stelle am Hitzeschild der Raumfähre wurde die Reise bereits um zwei auf 13 Tage verlängert. Sieben Astronauten sollen nach bisheriger Planung am Dienstag nächster Woche die ISS verlassen, um am Donnerstag zur Erde zurückzukehren. Drei Besatzungsmitglieder sollen an Bord der Raumstation zurückbleiben.

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