Produktion
Die Fabrik auf dem Schreibtisch

Die Miniaturisierung ist in der Produktion noch nicht angekommen. Selbst kleinste Bauteile in Uhren werden heute noch von riesigen Automaten montiert. Es geht aber auch kleiner. Schweizer Entwickler haben nach dem Vorbild der Automobilproduktion eine Fertigungslinie für den Schreibtisch entworfen.

Sébastien Perroud hat die Fabrik geschrumpft. Der junge Schweizer Ingenieur hat eine kleine automatische Montagelinie entwickelt, mit der Hersteller von Mikrobauteilen ihre Produktion auf kleinstem Raum automatisieren können. Im Mittelpunkt stehen Miniroboter, die in einem Arbeitsfluss mit ihren Kollegen kleinste Teile zu einem fertigen Produkt zusammenbauen können.

Was sich zunächst wie eine verrückte Idee anhört, ist inzwischen Realität. Perroud, der an dem Schweizer Forschungs- und Entwicklungszentrum CSEM (Centre Suisse d´Electronique et de Microtechnique) in Alpnach arbeitet, das zwischen zwischen Luzern und Sarnen liegt, wird den serienreifen Prototypen seiner Minifabrik auf der Hannover Messe Industrie zeigen. Inzwischen gibt es auch einen Industriepartner: Die Firma CP-Automation in Villaz-St-Pierre wird noch in diesem Jahr ein produktreifes Mini-Montagesystem auf den Markt bringen.

„Die Idee für unser neues Roboter-Montagesystem ist vor einigen Jahren entstanden, als ich mich fragte, warum unsere Uhrenhersteller für die mikro-mechanische Montage riesige Maschinen benutzen“, sagt Perroud. Das ginge doch viel einfacher, dachte sich der Ingenieur. Ein System aus mehreren Mini-Robotern könnte eine komplette Uhr viel schneller und präziser zusammenzubauen, beschreibt der Entwickler seine Vision.

Die Automobilproduktion diente Perround als Vorbild. „Auch in der neuen Miniaturwelt der Mikro- und Nanotechnik bestehen die meisten Fabrikations- und Montageprozesse aus mehreren separaten ’Pick and Place’-Schritten, bei denen verschiedene Schritte nacheinander erledigt werden“, sagt der CSEM-Techniker, der die Produktionsstraße so weit miniaturisiert hat, dass sie auf einen Schreibtisch passt.

Im Mittelpunkt seiner Mini-Fabrik steht ein kleiner Roboter mit dem Namen „Pocket Robot“. Das besondere an dem Automaten: Er kann bei einer Geschwindigkeit von bis zu drei Montageschritten pro Sekunde kleine Bauteile mit einer Genauigkeit von fünf Mikrometern zu einem System zusammenbauen. „Das ist weltweit einmalig“, sagt Perroud stolz.

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