Progress-Raumschiff vor Absturz
Russischer Raumtransporter taumelt durchs All

Ein außer Kontrolle geratener russischer Progress-Raumtransporter steht kurz vor dem Absturz auf die Erde. Das Raumschiff sollte Nachschub zur Raumstation ISS bringen. Der Vorfall weckt ungute Erinnerungen.

BerlinEin auf dem Weg zur Raumstation ISS in Schwierigkeiten geratener russischer Raumfrachter ist offenbar endgültig außer Kontrolle geraten. Der unbemannte Progress-Frachter habe damit begonnen, auf die Erde zu stürzen, sagte ein russischer Raumfahrtvertreter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Der Raumtransporter mit 2,4 Tonnen Nachschub für die ISS war am Dienstag an Bord einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartet, hatte die vorgesehene Umlaufbahn aber deutlich verfehlt. Grund war vermutlich ein Defekt an der dritten Stufe der Rakete.

Seither versuchen Mitarbeiter des Bodenpersonals, den unkontrolliert durchs All taumelnden Transporter wieder auf Kurs zu bringen. „Falls keine Kurskorrektur gelingt, droht Anfang Mai ein Absturz und das Verglühen des Raumschiffs in der Atmosphäre“, sagte ein Mitarbeiter der Raumfahrtbehörde Roskosmos der Nachrichtenagentur Tass.

Unklar ist, ob der Raumtransporter bei einem Absturz vollständig verglühen würde. Bei größeren Objekten ist nicht auszuschließen, dass Teile den Boden erreichen. Im Fall der russischen Raumstation Mir etwa, die im März 2001 kontrolliert zum Absturz gebracht wurde, regneten rund 1500 Trümmerteile auf die Erde. Da die Raumstation über dem Pazifik niederging, entstand seinerzeit aber kein Schaden.

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