Projekt PANDOWAE
Forschen für ein besseres Wetter

Bis heute sind einigermaßen zuverlässige Wettervorhersagen nur über vergleichsweise kurze Zeiträume von wenigen Tagen möglich. Ein internationales Forschungsprojekt will das jetzt ändern. PANDOWAE soll die zuverlässige Vorhersagbarkeit auf bis zu zwei Wochen verlängern.
  • 0

MAINZ. Wenn ein Schmetterling am einen Ende der Welt mit dem Flügel schlägt, kann das am anderen Ende einen Wirbelsturm auslösen, sagt die Chaostheorie. Aber kann auch ein Windhauch vor der Küste Japans für die größte Flutkatastrophe in der Geschichte der Bundesrepublik verantwortlich sein?

Die Ursache für das Unwetter, das die Elbe im August 2002 so katastrophal über ihre Ufer treten ließ, war bereits zehn Tage vor Beginn der Regenfälle an der japanischen Küste zu beobachten. Die Wettervorhersage erkannte die schweren Regenfronten aber erst drei Tage davor. Um solch extreme Wetterverhältnisse in Zukunft früher zu entdecken, arbeitet eine Gruppe von Wissenschaftlern an der Verbesserung der Vorhersage.

Das Projekt PANDOWAE (Predictability and Dynamics of Weather Systems in the Atlantic-European Sector ­ Vorhersagbarkeit und Dynamik des Wetters im atlantisch-europäischen Raum) ist an acht Universitäten in Deutschland, der Schweiz und England angesiedelt. Innerhalb der sechsjährigen Laufzeit wollen die Forscher die zuverlässige Vorhersagbarkeit von drei Tagen auf bis zu zwei Wochen verlängern. Dabei konzentrieren sie sich vor allem auf mögliche Fehlerquellen in den Modellen des Deutschen Wetterdienstes.

Dafür forscht auch Professor Volkmar Wirth an der Universität in Mainz. Er beschäftigt sich mit einer der häufigsten Ursachen für Fehler in der Vorhersage - dem Phänomen, das auch die Elbe über ihre Ufer treten ließ. Was vor der Küste Japans zehn Tage vor den schweren Unwettern in Deutschland entstand, war ein Strahl aus wellenförmiger Energie in der Atmosphäre, auch Rossby-Wellenzug genannt.

Wirth möchte jetzt herausfinden, ob es einen generellen Zusammenhang zwischen solchen Wellenzügen und extremen Niederschlägen in Deutschland gibt. So könnte man die Energiewellen von ihrer Entstehung aus verfolgen und damit schwere Regenfälle schon zwei Wochen im Voraus erkennen.

Seite 1:

Forschen für ein besseres Wetter

Seite 2:

Kommentare zu " Projekt PANDOWAE: Forschen für ein besseres Wetter"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%