Projekt Robex

Tiefsee trifft Mond

Der Mond und die Tiefen der Ozeane könnten kaum unterschiedlicher sein. Trotzdem arbeiten Meeres- und Raumfahrtexperten gemeinsam an Robotern, die sich in beiden Extremzonen fortbewegen können.
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Test eines Prototyps des sogenannten Glider im Testbecken des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften (marum) in Bremen. Das Unterwasserfahrzeug soll sich auf dem Meeresgrund in tausenden Metern Tiefe autonom fortbewegen und Daten sammeln. Quelle: dpa

Test eines Prototyps des sogenannten Glider im Testbecken des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften (marum) in Bremen. Das Unterwasserfahrzeug soll sich auf dem Meeresgrund in tausenden Metern Tiefe autonom fortbewegen und Daten sammeln.

(Foto: dpa)

BremenDer Prototyp sieht aus wie eine Mischung aus Bumerang und Drachen. Die Studenten Simon Knauber und Arne Kausche setzen den gelben Gleiter in ein Wasserbecken auf dem Gelände des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften (Marum) in Bremen. Das Unterwasserfahrzeug soll sich einmal auf dem Meeresgrund in tausenden Metern Tiefe autonom fortbewegen und Daten von dort liefern.

„Vom Ozean wissen wir noch zu wenig“, sagt Meeresphysiker Christoph Waldmann, der die Studenten am Marum betreut. „Mit dem Glider könnte man gezielter bestimmte Phänomene über lange Strecken verfolgen.“

Im Reich der Tiefsee-Kreaturen
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Der Anglerfisch

Dieser Anglerfisch aus der Gattung Caulophryne wurde erst vor wenigen Jahren von Forschern der University of Queensland in der Tiefsee vor dem Great Barrier Reef entdeckt. Lange Tentakel zieren seinen Körper, mit denen der Fisch Beute oder potenzielle Fressfeinde spüren und entsprechend reagieren kann. Besonders kurios: Die kleinen Männchen führen kein eigenständiges Leben, sondern haften als nützliche Parasiten dauerhaft an den Weibchen.

Bild: University of Queensland

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Mit ferngesteuerten Kameras dokumentierten die Wissenschaftler um Justin Marshall von der Universität Queensland die bislang unbekannte Tierwelt der lichtlosen Tiefen.

Bild: Tiefseekrebs

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Die sensiblen Aufnahmegeräte wurden eigens entwickelt, um Bilder in einer Tiefe von 1400 Meter unter dem Meeresspiegel zu machen.

Bild: Tiefsee-Beilfisch

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Weniger aufwendig war die Technik, mit der die Wissenschaftler ihre Beute anlockten. Ein Thunfischkopf, an einem Stock befestigt, genügte als Köder.

Bild: Tiefsee-Anglerfisch

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Bislang war den Forscher nicht bekannt, welche Tiere in den Tiefen unterhalb des Riffes lebten.

Bild: Tiefseequalle

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"Jetzt sind die Kameras in der Lage, das Verhalten und das Leben in der größten Biosphäre Australiens, der Tiefsee, aufzunehmen", so Marshall.

Bild: Tiefsee-Viperfisch

Das Besondere an dem Robotertyp: Er wurde gemeinsam mit Luft- und Raumfahrtexperten entwickelt. Das Projekt ist Teil einer Allianz von Meeres- und Raumfahrtexperten mit dem Namen Robex - Robotische Exploration unter Extrembedingen. Nach fünf Jahren Forschung sollen die Grundlagen für Robotersysteme stehen, die eines Tages eigenständige Missionen sowohl auf dem Mond als auch in der Tiefsee unternehmen könnten.

Bislang hätten Meeres- und Raumfahrtforscher nicht allzu häufig miteinander zu tun gehabt, sagt Projekt-Koordinatorin Martina Wilde. Auf dem Mond herrschen große Temperaturschwankungen, Geräte müssen sowohl 120 Grad als auch minus 160 Grad standhalten. Außerdem müssen sie leicht und beständig gegen kosmische Strahlung sein.

In der Tiefsee ist es dagegen dunkel. Die Druckbelastung ist mit bis zu 1100 bar enorm, deshalb müssen die Fahrzeuge eher kräftig sein. Anders als auf dem Mond können keine Solarsegel das Tiefseesystem mit Strom versorgen.

Gemeinsame Mission bis 2017
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