Projekt Robex
Tiefsee trifft Mond

Der Mond und die Tiefen der Ozeane könnten kaum unterschiedlicher sein. Trotzdem arbeiten Meeres- und Raumfahrtexperten gemeinsam an Robotern, die sich in beiden Extremzonen fortbewegen können.
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BremenDer Prototyp sieht aus wie eine Mischung aus Bumerang und Drachen. Die Studenten Simon Knauber und Arne Kausche setzen den gelben Gleiter in ein Wasserbecken auf dem Gelände des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften (Marum) in Bremen. Das Unterwasserfahrzeug soll sich einmal auf dem Meeresgrund in tausenden Metern Tiefe autonom fortbewegen und Daten von dort liefern.

„Vom Ozean wissen wir noch zu wenig“, sagt Meeresphysiker Christoph Waldmann, der die Studenten am Marum betreut. „Mit dem Glider könnte man gezielter bestimmte Phänomene über lange Strecken verfolgen.“

Das Besondere an dem Robotertyp: Er wurde gemeinsam mit Luft- und Raumfahrtexperten entwickelt. Das Projekt ist Teil einer Allianz von Meeres- und Raumfahrtexperten mit dem Namen Robex - Robotische Exploration unter Extrembedingen. Nach fünf Jahren Forschung sollen die Grundlagen für Robotersysteme stehen, die eines Tages eigenständige Missionen sowohl auf dem Mond als auch in der Tiefsee unternehmen könnten.

Bislang hätten Meeres- und Raumfahrtforscher nicht allzu häufig miteinander zu tun gehabt, sagt Projekt-Koordinatorin Martina Wilde. Auf dem Mond herrschen große Temperaturschwankungen, Geräte müssen sowohl 120 Grad als auch minus 160 Grad standhalten. Außerdem müssen sie leicht und beständig gegen kosmische Strahlung sein.

In der Tiefsee ist es dagegen dunkel. Die Druckbelastung ist mit bis zu 1100 bar enorm, deshalb müssen die Fahrzeuge eher kräftig sein. Anders als auf dem Mond können keine Solarsegel das Tiefseesystem mit Strom versorgen.

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Tiefsee trifft Mond

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Gemeinsame Mission bis 2017

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