Prüftechnik
Ein Laser entlarvt gefälschte Medikamente

Produktfälschungen verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Experten schätzen deren Marktanteil in der Pharmabranche weltweit auf über zehn Prozent. Eine neue Prüftechnik soll nun Abhilfe schaffen: Über die Beschaffenheit der Verpackungsoberfläche wird die Echtheit von Arzneimitteln ermittelt.

DÜSSELDORF. Mit einer neuen Identifikationstechnik lässt sich die Echtheit von Arzneimitteln zweifelsfrei ermitteln. Der Trick: Ein Laser erfasst die Oberflächenstruktur des Verpackungsmaterials wie einen Fingerabdruck und speichert die Informationen. Eine Markierung der Verpackung ist bei dem von Bayer Technology Services (BTS) unter Verantwortung von Martin Friedrich zur Marktreife entwickelten Verfahren nicht nötig.

Das Produkt namens Protexxion basiert auf der Laser Surface Authentication-Technologie (LSA). Diese ist Ergebnis der Arbeit von Wissenschaftlern am Imperial College in London unter Leitung des Professors für Nanotechnologie Russell Cowburn. 2003 gründeten die Forscher die Firma Ingenia Technology und konzipierten passende Laserscanner und Computersoftware.

Produktfälschungen verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Experten schätzen deren Marktanteil in der Pharmabranche weltweit auf über zehn Prozent. In den Kopien finden sich oft fehlerhaft ausgezeichnete, qualitativ schlechte sowie falsche und verdünnte Wirkstoffe. Ein Drittel aller Medikamente wird von Herstellern bereits mit Hilfe von zum Teil aufwändigen Techniken gekennzeichnet, um Fälschungen zu erschweren oder zu verhindern.

Alle bisherigen Strategien zur Ermittlung oder Abschreckung von Fälschern beruhen auf offener oder versteckter Kennzeichnung der Produkte. Allerdings schützt keine der angewandten Markierungen völlig vor unautorisierter Nachbildung – ganz gleich, ob es sich um Wasserzeichen, Barcodes, RFID-Tags, Hologramme oder mit speziellen Drucktinten aufgebrachte Muster handelt.

Protexxion erfasst die Oberflächenstruktur einer Verpackung mit einem speziellen Abtastverfahren, das auf dem Laser-Speckle-Phänomen beruht. Dabei wird die diffuse Streustrahlung der Oberfläche aus verschiedenen Winkeln relativ zum einfallenden Strahl gemessen. „Das aufgezeichnete Signal enthält hoch signifikante Informationen über die Identität des Gegenstandes“, erläutert Ludger Brüll, Leiter Supply Chain and Logistics bei BTS. „Jedes Objekt hat damit seine eigene Signatur.“ Die Scan-Informationen werden in einer Datenbank abgelegt und lassen sich mit einer Such- und Vergleichssoftware binnen Sekunden abrufen. Ein erneutes Scannen und Vergleichen der gemessenen Streustrahlung erkennt Fälschungen.

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