Public Private Partnership mit AMD und Infineon
Fraunhofer-Institut in Dresden entwickelt Chips der Zukunft

Der Mikroelektronikstandort Dresden gewinnt an Bedeutung: Am Dienstag ging das neue Fraunhofer-Center Nanoelektronische Technologien (CNT) an den Start. Erstmals arbeiten hier Fraunhofer-Forscher und die Halbleiterhersteller Infineon Technologies AG und Advanced Micro Devices (AMD) in einer Public Private Partnership zusammen, um die Halbleitertechnik in Richtung Nanoelektronik weiterzuentwickeln.

bag/hsn BERLIN. Ziel der engen Kooperation ist es, in einer vorwettbewerblichen Entwicklungsphase neue Materialien und Verfahren für die Chips der Zukunft zu entwickeln und neue Technologien möglichst schnell in die Fertigung zu überführen. Im August 2004 hatten die Partner die Absichtserklärung zur Gründung des Fraunhofer CNT unterschrieben. Bereits neun Monate später konnte das Forschungszentrum nun eröffnet werden. „Bei der Gestaltung der Kooperations- und Serviceverträge waren zwar einige Schwierigkeiten zu überwinden“, sagte Alfred Gossner, Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, gestern bei der Eröffnung des CNT. Letztendlich habe man sich aber geeinigt.

Der Aufbau des CNT konnte auch deshalb so schnell realisiert werden, weil das Institut einen Teil der Reinraumfläche des neu errichteten Forschungszentrums von Infineon nutzen kann. Die Kosten für das neue Nanoelektronik-Institut betragen insgesamt 700 Mill. Euro. „Solch hohe Investitionen in die Forschung können heute Wissenschaft und Wirtschaft nur gemeinsam aufbringen“, sagt Gossner.

International gesehen ist das Modell der Public Private Partnership auf Feld der Halbleitertechnik nicht neu. Im Rahmen der europäischen Initiative Eniac (European Nanoelectronic Initiative Advisory Council) wird das CNT neben dem „Imec“ im belgischen Leuven und dem „Leti“ im französischen Grenoble der dritte Partner sein. Gemeinsam bilden sie die europäische Antwort auf die US-Initiative „Sematech“ und die japanische „Selete“. Dort sind die Labors jedoch nicht neben Produktionslinien von Chipherstellern angesiedelt.

Von den Gesamtkosten über 700 Mill. Euro für das CNT kommen ein Drittel von der öffentlichen Hand, also Bund, Land und EU. Neben den Zuschüssen für die Gebäude finanzieren das Bundesbildungsministerium und der Freistaat in den nächsten fünf Jahren Anlagen für 80 Mill. Euro in der neuen Fraunhofer-Einrichtung. AMD und Infineon planen in dieser Zeit Forschungsprojekte für mindestens 170 Mill. Euro, wozu der Bund, Sachsen und die EU ebenfalls 85 Mill. zuschießen.

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