Putins Pläne
Russland will eigene Raumstation im All bauen

Russland strebt eine eigene Raumstation im Orbit an. Sie solle bis 2023 gebaut werden und und einen Blick auf „die ganze Fläche unseres riesigen Landes“ ermöglichen, sagte Präsident Putin.
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MoskauRussland will bis 2023 eine eigene Raumstation im Orbit bauen. „Das liegt zwar noch weit in der Zukunft, ist aber aus Sicht unserer nationalen Wirtschaft notwendig“, sagte Präsident Wladimir Putin am Donnerstag während seiner jährlichen Fragerunde im russischen Fernsehen.

Erst kürzlich hatten Russland und die USA vereinbart, die Internationale Raumstation (ISS) bis mindestens 2024 weiter gemeinsam zu betreiben und zu finanzieren. Zukünftige gemeinsame Projekte sind jedoch angesichts der abgekühlten Beziehungen beider Länder fraglich.

Der Präsident erklärte, das Land benötige eine eigene Raumstation, um sein Territorium besser aus dem Weltraum betrachten zu können. Von der ISS aus seien nur fünf Prozent Russlands gut sichtbar, von einer russischen Raumstation aus „sollten wir hingegen in der Lage sein, die ganze Fläche unseres riesigen Landes zu sehen“, führte Putin aus. Es bestehe kein Zweifel daran, dass Russland dieses Projekt stemmen könne, über das es dann die alleinige Kontrolle ausübe.

Schon zu Beginn des Jahres hatte Moskau die Absicht geäußert, eine eigene Raumstation zu bauen. Dafür sollten die russischen Module der ISS genutzt werden, sobald diese in den Ruhestand geschickt wird. Im März hatte der Vorsitzende der russischen Weltraumagentur Roskosmos dagegen gesagt, es würden mit der US-Raumfahrbehörde Nasa Pläne für ein neues gemeinsames Projekt besprochen. Die Nasa sowie Russlands zuständiger Minister Dmitri Rogosin bestätigten dies allerdings nicht.

Während der Fragerunde telefonierte Russlands Präsident mit Arbeitern des neuen nationalen Kosmodroms in Wostotschni. Mit dem Weltraumbahnhof im fernen Osten des Landes soll die Abhängigkeit von der veralteten Station im kasachischen Baikonur verringert werden, die Russland auf Mietbasis nutzt. Zuletzt überschattete jedoch ein Veruntreuungsskandal um die Bauverantwortlichen die Fortschritte in Wostotschni.


afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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