Quantenteleportation
Erstmals Beamen von Licht geglückt

Forscher der Universität Wien haben Lichtteilchen 600 Meter weit von einer Seite der Donau zur anderen „gebeamt“. Damit sei erstmals eine so genannte Quantenteleportation unter realen Bedingungen geglückt, sagte der Leiter des Experiments, Rupert Ursin. Bei dem Verfahren wird nicht das Lichtteilchen an sich transportiert, sondern nur dessen Eigenschaften.

HB DÜSSELDORF. Das britische Fachjournal „Nature“, in dessen jüngster Ausgabe die Forscher über ihren Versuch berichten, wertete das neue Experiment als „Bravourstück“. Das Team hatte ein Glasfaserkabel durch einen Kanal unterhalb der Donau gezogen und so die Quantenzustände von Photonen teleportiert. „Viele hatten geglaubt, dass sich die empfindlichen Quantenzustände gar nicht unter solchen realen Bedingungen übertragen lassen“, sagte Ursin.

Bei der Quantenteleportation wird nicht ein Teilchen selbst, sondern nur seine Eigenschaften übertragen. Dazu benötigt der Sender zusätzlich zwei „verwandte“ Trägerteilchen. Eines dieser Trägerteilchen schickt er zum Empfänger – in diesem Fall durch ein Glasfaserkabel. Sobald der Sender das verbliebene Trägerteilchen mit dem dritten, dem eigentlich zu teleportierenden Teilchen kombiniert, entsteht beim Empfänger simultan und ohne unmittelbare Einwirkung eine exakte Kopie des „Passagiers“. Die zwei Trägerteilchen sind also weiterhin auf wundersame Weise miteinander verbunden und tauschen Informationen aus.

Albert Einstein lehnte diesen bizarren Effekt der Quantenmechanik als „spukhafte Fernwirkung“ ab. Inzwischen haben Physiker jedoch gezeigt, dass dieses Verfahren nicht nur mit Lichtteilchen möglich ist, sondern auch mit Atomen. Das Beamen komplexer Dinge oder gar von Lebewesen sei allerdings unmöglich, sagen Forscher.

Mit der Technik soll künftig unter anderem eine absolut abhörsichere Kommunikation möglich werden. Denn ein Spion könnte sich an keiner Stelle in die „Leitung“ einhacken, da es keinen identifizierbaren Übertragungsweg gibt.

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