Raumfähre „Atlantis“
Nasa verschiebt Shuttle-Start

Wegen eines technischen Problems ist der für Donnerstag geplante Start der Raumfähre „Atlantis“ mit dem europäischen Weltraumlabor „Columbus“ kurzfristig verschoben worden. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa gab es Probleme mit dem Treibstofftank.

HB CAPE CANAVERAL. Ein neuer Startversuch soll am (morgigen) Freitag erfolgen, wenn der Fehler bis dahin beseitigt werden kann. Ursprünglich hätte das Space Shuttle am Donnerstag um 22.31 Uhr MEZ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral abheben sollen.

Zwei von vier Sensoren des mit flüssigem Wasserstoff gefüllten Treibstofftanks zeigten bei einem Test falsche Ergebnisse über den Tankinhalt an, wie Nasa-Sprecher Paul Foerman mitteilte. Nach den Sicherheitsbestimmungen müssen mindestens drei Sensoren funktionieren. Probleme mit den Sensoren haben in der Vergangenheit schon des öfteren zu Startverschiebungen geführt.

Mehrere hundert Europäer fiebern nun in Cape Canaveral weiter dem Start des Weltraumlabors „Columbus“ entgegen. Es fliegt im Frachtraum der „Atlantis“ zur Internationalen Raumstation (ISS). Zu den sieben Besatzungsmitgliedern der Raumfähre gehört auch der deutsche ESA-Astronaut Hans Schlegel.

„Columbus“ ist „unser Baby, unser Modul, unser Labor“, sagte Alan Thirkettle, der bei der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) für die ISS zuständig ist. In Europa wurde seit fast einem Vierteljahrhundert an dem 1,36 Mrd. Euro teuren Labor gearbeitet. „Columbus“ sei der „bislang größte Beitrag für die europäische Raumfahrt“, sagte Schlegel im ZDF-“Morgenmagazin“.

Schlegel wird im All vor allem für den Anschluss des Labors an die ISS zuständig sein. Die wissenschaftlichen Arbeiten sollen praktisch sofort beginnen. Versuche in der Schwerelosigkeit des Alls seien von großem Nutzen, sagte Klaus Wittmann, Leiter für Raumflugbetrieb beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), im „Morgenmagazin“.

„Wir können dort Medikamente entwickeln und versuchen, Pflanzenschutzmittel weniger umweltschädlich zu machen.“ Überwacht wird „Columbus“ von Deutschland aus - vom DLR-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen.

„Columbus“ ist bereits das zweite Labor in der ISS. Seit 2001 ist schon „Destiny“ angeschlossen, das von der Nasa betrieben wird. Nachdem im Oktober das europäische Verbindungsmodul „Harmony“ zur ISS gebracht wurde, ist „Columbus“ nur ein weiterer Zwischenschritt zu einer stärkeren Repräsentanz der Europäer im All. Im Februar oder März soll „Jules Verne“, das erste europäische Frachtraumschiff, ins All starten.

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