Raumfähre „Atlantis“
Packesel-Mission läutet Abschied ein

Es ist einer der letzten Flüge eines Space Shuttles, bevor die US-Raumfähren im nächsten Jahr eingemottet werden: Wenn am Montag die "Atlantis" mit sechs Astronauten an Bord zur Internationalen Raumstation ISS aufbricht, ist sie vor allem als Packesel gefragt.
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HB CAPE CANAVERAL. Der Orbiter befördert mehr als zwölf Tonnen Fracht ins All: Mit den Laderäumen voller Ersatzteile für die nächsten fünf bis zehn Jahre startet die US-Raumfähre um 20.28 Uhr MEZ zur internationalen Raumstation ISS. Mit der elftägigen Mission will die Nasa die ISS über das Ende des Shuttle-Programms im kommenden Herbst hinaus zukunftssicher machen: Einige der Tanks, Pumpen und anderen Geräte an Bord der Raumfähre wären für andere Raumtransporter zu groß. Nach der "Möbelpacker"-Mission von "Atlantis" wird es nur noch fünf weitere Shuttle-Flüge zur ISS geben.

Für den um 14.28 Uhr Ortszeit (20.28 Uhr MEZ) in Cape Canaveral geplanten Start gaben die Meteorologen eine günstige Wetterprognose: Die Aussichten für gute Startbedingungen lägen bei 90 Prozent. Nasa-Test-Direktor Steve Payne sagte am Sonntag, alles deute auf gute Startbedingungen hin. Sein Team sei aber trotzdem wachsam. Zum letzten Mal wird ein Space Shuttle mit der US-Astronautin Nicole Stott ein ISS- Besatzungsmitglied zurück zur Erde bringen.

Mit die wichtigste Aufgabe während des insgesamt zwölftägigen Fluges: zwei jeweils 20 Quadratmeter große, mit Ersatzteilen und Instrumenten vollgepackte Paletten aus dem Laderaum des Shuttle hieven und an der ISS festschrauben. Dabei ist etwa ein Gerät, das die Station auf der richtigen Höhe hält und ein Ersatz-Greifer für den meterlangen Roboterarm.

Drei Außeneinsätze geplant

Laut Nasa sind bei der Mission nur insgesamt drei Außeneinsätze der Astronauten vorgesehen. Bei den ersten beiden sollen eine neue Antenne, ein Überwachungsmodul für den Schiffsverkehr und ein Messgerät für die elektrische Aufladung der Station angebracht werden. Beim dritten Ausstieg steht die Installation eines Gastanks auf dem Programm, der Außeneinsätze künftig erleichtern soll.

Nach der Mission der "Atlantis", die nach bisherigen Plänen am 27. November wieder zur Erde zurückkehren soll, stehen nur noch fünf weitere Flüge von Space Shuttles an. Der nächste ist für Februar geplant, bei dem unter anderem das letzte amerikanische ISS-Modul zur Raumstation gebracht werden soll.

Bei den vergangenen Missionen war es wegen technischer Probleme der alternden Raumfähren immer wieder zu Startverschiebungen gekommen. Die Nasa arbeitet bereits an der nächsten Generation von Raumfahrzeugen, die jedoch frühestens ein Jahr nach dem Ende der Shuttle-Flüge einsatzbereit sein werden. In der Zwischenzeit sind die USA von russischen Mitfluggelegenheiten zur ISS abhängig, was besonders unter Konservativen für Verdruss sorgt.

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