Raumfähre erfolgreich abgekoppelt
„Discovery“ fliegt zur Erde zurück

Nach einem anderthalbwöchigen Aufenthalt im All mit bisher beispiellosen Arbeitseinsätzen an der Internationalen Raumstation (ISS) haben die Astronauten an Bord der Raumfähre „Discovery“ die Rückreise zur Erde angetreten.

HB MOSKAU/WASHINGTON. Das Shuttle koppelte plangemäß von der Internationalen Raumstation ISS ab, wie die US-Weltraumbehörde Nasa am Montag mitteilte. Danach umkreiste die „Discovery“ den Außenposten im All noch einmal - die letzte Gelegenheit für die Crew, das stolze Ergebnis ihres Arbeitsaufenthalts zu begutachten: ein anmontiertes neues Modul und ein bei einem riskanten Außenbordeinsatz geflicktes Sonnensegel.

„Danke noch mal für all die Hilfe“, sagte denn auch ISS- Kommandantin Peggy Whitson, als „Zambo“ den Shuttle von der Station wegchauffierte. Daniel Tani, der mit der „Discovery“ angekommen war und als neuer Langzeitbewohner in der ISS zurückblieb, fügte hinzu: „Ich vermisse euch jetzt schon. Habt einen guten sicheren Flug. Kommt heil nach Hause.“ Die Raumfähre soll am Mittwoch kurz nach 13 Uhr MEZ in Cape Canaveral (Florida) landen.

An die ISS angelegt hatte sie am 25. Oktober - der Beginn der bisher kompliziertesten und spannendsten Außenarbeiten, die es bisher an der ISS gegeben hat. Zunächst hatten zwei Astronauten das neue Modul „Harmony“ angekoppelt, an das im Dezember das europäische Weltraumlabor „Columbus“ anmontiert werden soll. Dann gelang als zweite Riesenaufgabe die Verlegung einer Halterung mit zwei riesigen Sonnensegeln. Allerdings riss einer der Solarflügel beim Ausfahren ein. Astronaut Scott Parazynski flickte ihn - auf dem verlängerten ISS-Kranarm reitend - in einer bisher einmaligen „Notoperation“.

So war denn auch der Abschied der Shuttle-Astronauten von den drei ISS-Bewohnern besonders emotional. Mehrere der insgesamt zehn Männer und Frauen hatten Tränen in den Augen, als sie sich ein letztes Mal umarmten, bevor die Verbindungsluke zwischen dem Shuttle und der Station am Sonntag geschlossen wurde. Vor allem Clayton Anderson, der seinen Platz in der ISS an Tani abgab und nun heim fliegt, konnte mehrere Male vor Rührung kaum sprechen. „Wir sehen uns auf der Erde wieder“, sagte Shuttle-Kommandantin Pamela Melroy, als sie sich von ihrer ISS-Kollegin Whitson verabschiedete.

Für die Chefin der Station und ihre zwei Mitbewohner geht das Leben aber schnell weiter. Das ISS-Trio wird in Kürze „Harmony“ an eine andere Stelle verlegen. Außerdem soll versucht werden, ein Problem mit dem Drehgelenk eines weiteren Sonnensegel-Paares zu lösen. Dort waren während eines Außenbordeinsatzes von zwei „Discovery“-Astronauten Metallspäne gefunden worden, die die Rotation zur perfekten Sonnenausrichtung behindern.

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