Raumfähre ist gestartet
„Atlantis“ unterwegs zur ISS

Die US-Raumfähre „Atlantis“ ist in der Nacht zum Samstag nach drei Monaten Verzögerung wegen eines Hagelschadens zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen.

HB CAPE CANAVERAL. Der Space-Shuttle hob am Freitagabend um 19.38 Uhr Ortszeit (Samstag, 1.38 Uhr MESZ) mit einem langen Feuerschweif vom US-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida ab. Die „Atlantis“ wird am Sonntagabend an der ISS andocken. Der Weltraumeinsatz dauert elf Tage. Die siebenköpfige Crew soll während drei Außeneinsätzen im All unter anderem ein Paar neuer Sonnensegel an der Raumstation anbringen.

Nach Angaben des Nasa-Kontrollzentrums in Houston verliefen die ersten Flugminuten wie erwartet und alle Systeme funktionierten normal. Der Space-Shuttle warf nach rund zwei Minuten die beiden Feststoffraketen ab. Achteinhalb Minuten nach dem Start schaltete die „Atlantis“ die drei Haupttriebwerke ab und schwenkte in einen Orbit um die Erde ein. 20 Sekunden danach wurde der rund 50 Meter große Außentank abgestoßen. Die Crew fotografierte den Tank um zu sehen, ob sich möglicherweise Stücke gelöst und die Raumfähre beschädigt haben könnten.

Die „Atlantis“ transportiert ein 17,5 Tonnen schweres Segment mit einem Paar neuer Sonnensegel zur ISS. Der erste von insgesamt drei geplanten Außeneinsätzen im All beginnt bereits am Montag.

Mit der Raumfähre wird dann auch die US-Langzeitastronautin Sunita Williams zur Erde zurückkehren. Sie lebte und arbeitete seit Anfang Dezember auf der ISS. Mit vier Außeneinsätzen im All hat Williams einen neuen Rekord für Frauen aufgestellt. Die indischstämmige Astronautin wird von Clayton Anderson abgelöst, der bis Oktober auf der Raumstation bleibt.

Die „Atlantis“ sollte eigentlich bereits vor drei Monaten starten. Ein Hagelsturm mit Golfball großen Körnern beschädigte aber Ende Februar den rund 50 Meter hohen Außentank so stark, dass er repariert werden musste. Bereits im September vergangenen Jahres hatten Unwetter und technische Probleme zu mehrfachen Startverschiebungen geführt.

Es ist der erste von vier Shuttle-Flügen in diesem Jahr und der insgesamt 21. Flug einer Raumfähre zur ISS. Die nächsten Starts sind dim August, im Oktober und im Dezember vorgesehen.

Die Betreiber der Raumstation konzentrieren sich jetzt vor allem darauf, die Energieversorgung auf der ISS zu verbessern. Nach fast einem halben Jahr Pause fliegt die „Atlantis“ dann im Dezember das europäische Weltraumlabor „Columbus“ zur ISS. Danach wird Anfang kommenden Jahres an der ISS das japanische Forschungsmodul „Kibo“ angebracht.

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