Raumfähre macht Probleme
Endeavour soll jetzt Montag starten

Der letzte Start der Raumfähre „Endeavour“ macht Schwierigkeiten. Wegen eines technischen Problems verschob die Nasa den Start auf Montag.
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Cape CanaveralNach dem geplatzten Start am Freitag hofft die Nasa, dass sie ihren Space-Shuttle „Endeavour“ am Montagabend MESZ auf seine letzte Reise schicken kann. Ein Heizungsproblem hatte die US-Weltraumbehörde nur wenige Stunden vor dem geplanten Aufbruch zur Internationalen Raumstation ISS zum Abbruch des Countdowns gezwungen. Nun wird es erst einmal bis Sonntag dauern, um die Schwere des Problems einzuschätzen, teilte die Nasa auf einer Pressekonferenz mit.

Das Startfenster für die „Endeavour“ ist bis kommenden Mittwoch offen, danach gibt es wegen eines geplanten Raketenstarts der US-Luftwaffe Terminschwierigkeiten. Klappt es also bis Mittwoch nicht mit dem Shuttle, muss der Abflug in die zweite Mai-Woche verlegt werden, wie Shuttle-Startdirektor Mike Leinbach sagte. Nach der Mission kommt die „Endeavour“ ins Museum.

Die sechsköpfige Besatzung der Raumfähre war schon an der Startrampe eingetroffen, als die Nasa den Countdown abbrach. Ärger bereiten nach Angaben der Behörde zwei Heizungen, die zu einem Stromgerät gehören. Dieses versorgt das Steuerungssystem des Shuttle während des Starts und der Landung – und es muss beheizt werden, damit es im Weltraum nicht einfriert.

Um dem Problem auf die Spur zu kommen und es beseitigen zu können, muss nun zunächst der Außentank der „Endeavour“ geleert und ein Gerüst errichtet werden. Damit könnte der Shuttle frühestens um 14.33 Uhr Ortszeit (20.33 Uhr MESZ) am Montag abheben – abhängig davon, ob es mit Reparaturen getan ist oder ein defektes Teil ausgetauscht werden muss. „Wir werden fliegen, wenn der Zeitpunkt richtig ist“, sagte Bob Caban, Direktor des Kennedey Space Center. Hunderttausende Zaungäste hatten sich am Freitag vor Ort zum Start versammelt. Sie blickten in die Röhre – und auch Präsident Barack Obama ging leer aus: Er wollte sich zusammen mit seiner Familie ebenfalls den Start der Raumfähre in Cape Canaveral anschauen.

Die Obamas kamen trotzdem angeflogen, und der Präsident traf mit den sechs „Endeavour“-Astronauten zusammen, darunter auch Kommandant Mark Kelly. Er ist der Ehemann der Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords, die bei einem Attentat im Januar durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde und nun – begleitet von ihren Ärzten – zum Start nach Florida geflogen war. Kelly informierte Obama zunächst über ihren derzeitigen Zustand, dann kam der Präsident hinter verschlossenen Türen mit Giffords zusammen.

Wenn es denn schließlich mit dem Start geklappt hat, kommen auf die Crew der „Endeavour“ zwei arbeitsreiche Wochen zu. Viermal sollen Astronauten ins All aussteigen, um die Station in Schuss zu halten und aufzumöbeln. Die Liste der Reparaturen und Installationen ist besonders lang, weil der vierte Außeneinsatz zugleich der letzte für Besucher sein wird, die mit einem Nasa-Shuttle anreisen. Wenn die „Atlantis“ im Juni als letzte Raumfähre zur ISS fliegt, ist kein Außeneinsatz geplant.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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