Raumfähre war 13 Tage im All
„Discovery“ sicher in Florida gelandet

Die amerikanische Raumfähre „Discovery“ ist nach 13 Tagen im All wieder auf der Erde angekommen. Die Landung verlief trotz tiefer Wolken über dem Weltraumbahnhof in Florida nach Zeitplan.

HB CAPE CANAVERAL. Das 100 Tonnen schwere Raumfahrzeug stieß um kurz nach 15 Uhr MESZ durch die Wolken über dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida und legte eine Bilderbuchlandung hin. Die Nasa-Führung zeigte sich hoch zufrieden mit dem zweiten Testflug nach dem Verlust der Weltraumfähre „Columbia“ vor gut drei Jahren. „Es war eine der besten Missionen, die wie je geflogen sind“, sagte Nasa-Direktor Michael Griffin anschließend. Der nächste Flug zur Internationalen Raumstation (ISS) soll schon Ende August stattfinden.

Ob die „Discovery“ am Montag landen würde, war bis zuletzt nicht sicher, weil über dem Weltraumbahnhof immer dickere Wolken aufzogen. Das ist ein Sicherheitsrisiko, weil die Piloten das Shuttle manuell steuern und die Landebahn möglichst frühzeitig im Blickfeld haben müssen. Die Landung eines Shuttles ist schwieriger als die eines normalen Flugzeugs, weil es mit Überschallgeschwindigkeit anfliegt und in kurzer Zeit erheblich sinken muss. In letzter Minute änderte die Nasa wegen des Wetters noch die Landebahn, was Shuttle-Kommandant Steve Lindsey ein ungeplantes Linksmanöver bescherte. Die Kommandantin des letzten Shuttle-Flugs, Eileen Collins, verfolgte das Geschehen am Fernsehen. „Perfekt“, lobte sie ihren Kollegen.

Die „Discovery“ hatte am Samstag von der Raumstation abgedockt und den Rückflug zur Erde angetreten. Ein Mitglied der Besatzung, die am 4. Juli in Florida gestartet war, kehrte nicht zur Erde zurück: der deutsche Astronaut Thomas Reiter blieb als 3. Mann in der Raumstation, wo er bis Weihnachten mit einem amerikanischen und einem russischen Kollegen forschen will. Die „Discovery“-Crew hatte bei Außeneinsätzen an der Station neues Material für etwaige Reparaturen bei künftigen Flügen getestet und den Bau der Station vorangetrieben. Unter anderem wurde ein Vehikel repariert, das an der Außenseite der Station Lasten befördern kann.

Die Nasa war mit dem Flug rundum zufrieden. Während im Sommer vergangenen Jahres der erste Weltraumflug nach dem Verlust der Fähre „Columbia“ noch von Pannen und Problemen gezeichnet war, verlief dieser „Discovery“-Flug einwandfrei. Nur ein Leck in einem der Antriebsaggregate für die hydraulischen Systeme hatte den Nasa-Ingenieuren vor der Landung vorübergehend Sorge gemacht. Das Problem stellte sich jedoch schnell als ungefährlich heraus.

Griffin bemühte sich allerdings am Montag, keine Euphorie aufkommen zu lassen. „Die Begriffe Weltraumflug und Routine gehören nicht in einen Satz“, sagte er. „Man braucht bei solchen Herausforderungen immer eine Portion Glück, zum Beispiel das Glück, kein Pech zu haben.“ Nach Angaben von Startdirektor Mike Leinbach laufen die Vorbereitungen für den Start der „Atlantis“ Ende August auf Hochtouren. Die „Discovery“ soll im Dezember wieder fliegen.

Die Nasa plant bis Ende nächsten Jahres noch 16 weitere Versorgungsflüge zur Raumstation. Die Shuttles sollen 2010 aus dem Verkehr gezogen werden. Die Nasa arbeitet bereits an neuen Raumfahrtzeugen, die auf dem Mond landen und weiter zum Mars fliegen sollen.

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