Raumfahrt
„Bald fliegt der erste Tourist zum Mond“

Eric Anderson bringt Privatleute ins All. Der US-Unternehmer organisiert die Touristenflüge zur Raumstation ISS. Jetzt hat Anderson sein Angebot erweitert: Für 100 Millionen Dollar will er den Kunden seiner Firma Space Adventures eine Reise zum Mond ermöglichen.

HB WASHINGTON. Fünf Privattrips ins Weltall hat Eric Anderson bereits organisiert, jetzt steht seine Firma vor dem nächsten Coup. „Bald wird der erste Tourist den Mond umrunden“, verkündet er. Die Zusage der russischen Raumfahrtbehörde FSA habe er bereits, die Unterschrift des ersten Mond-Touristen sei nur noch Formsache, sagt Anderson. „Alles Wesentliche ist geklärt - spätestens 2011 startet der erste Passagier in einem Sojus-Raumschiff zum Mond.“ Wer sich den 100 Mill. Dollar (70 Mill. Euro) teuren Urlaub leistet? „Kein Kommentar. Diskretion ist unser oberstes Geschäftsprinzip.“

Nach diesem Muster verfuhr die Firma Space Adventures aus Vienna im US-Bundesstaat Virginia bereits, als sie im Jahr 2001 den Amerikaner Dennis Tito zur Internationalen Raumstation ISS schickte - den ersten privaten Weltraumtouristen der Geschichte. Vier weitere folgten seitdem. Kürzlich gab Space Adventure den Namen des sechsten Passagiers für Oktober 2008 bekannt: Richard Garriott, ein Computerspiel-Entwickler und Sohn eines NASA-Astronauten. „Der Tourismus ins All boomt“, freut sich Anderson.

Wenn er über die Projekte seines Unternehmens spricht, klingt der 33-Jährige eher wie ein überdrehter Fan der Science-Fiction-Serie Star Trek als ein kühler Firmenlenker. Bereits als kleiner Junge wollte er Astronaut werden, eine Sehschwäche hinderte ihn daran. „Jetzt verwirkliche ich meinen Kindheitstraum auf andere Weise“, sagt er vollmundig, „und da viele Menschen diesen Kindheitstraum haben, mache ich damit jetzt ein Geschäft.“ Etwa 200 Mill. Dollar (140 Mill. Euro) erwirtschaftete seine Firma seit ihrer Gründung vor zehn Jahren. Und der umtriebige Mann mit dem lichten Haar und der eleganten Brille will weiter expandieren.

„Wir sind dabei, einen massenattraktiven Markt zu schaffen. Auch weniger reiche Menschen sollen das Gefühl der Schwerelosigkeit erleben“, sagt Anderson. Das prickelnde Gefühl der Schwerelosigkeit kann man bereits bei sogenannten bei „Parabelflügen“ in Großraumflugzeugen erleben, die sich auf steile Steig- und Sinkflüge spezialisiert haben. Drei Minuten Schwerelosigkeit kosten immerhin 4000 Dollar (2800 Euro). Sogenannte „Suborbitalflüge“ bieten zudem einen Blick aus 100 Kilometern Höhe auf die Erde und ins Dunkel des Weltalls. Der Preis für den zweistündigen Ausflug: 102 000 Dollar (720 000 Euro).

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