Raumfahrt
Discovery bleibt weiter am Boden

Auch beim zweiten Anlauf hat es die Discovery nicht ins All geschafft. Wegen technischer Probleme musste die Nasa den Start der betagten Raumfähre erneut verschieben - für die Techniker der US-Weltraumbehörde fast schon Routine.
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HB CAPE CANAVERAL. Die Probleme mit den alternden US- Raumfähren reißen nicht ab: Wegen eines defekten Ventils ist der für Mittwochmorgen geplante Start der Discovery abermals verschoben worden. Zuvor hatte schon eine nahende Gewitterfront der US- Weltraumbehörde Nasa einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun soll die Raumfähre am kommenden Freitag um 6.22 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof Capa Canaveral in Florida zur Internationalen Raumstation ISS starten, wie die Nasa mitteilte.

Bereits der Start der vorangegangenen Shuttle-Mission zur ISS war mehrmals verschoben worden. Die US-Raumfähre Endeavour konnte erst beim sechsten Termin Mitte Juli abheben. Zuvor musste der Countdown fünfmal wegen technischer Probleme und schlechten Wetters abgebrochen werden. Die Verzögerung betrug mehr als einen Monat.

Diesmal bereitet den Spezialisten ein Einfüll- und Ablassventil für flüssigen Wasserstoff Probleme. Zum Start müsse es geschlossen sein, was die Kontrollinstrumente allerdings nicht anzeigten, so die Nasa. Detaillierte Testdaten sollen nun Aufschluss über die Ursache geben, bevor die Tanks der Discovery vor dem für Freitag geplanten Startversuch gefüllt werden. Schon bei der Endeavour hatte es Schwierigkeiten mit defekten Ventilen gegeben.

Ziel der neuen Mission STS-128 ist vor allem der Transport von Ausrüstungsgegenständen und wissenschaftlichen Geräten zur Raumstation. Zudem soll die Nasa-Astronautin Nicole Stott ihren Kollegen Timothy Kopra als ständiges Mannschaftsmitglied der ISS ablösen. Die Reise ins All soll insgesamt 13 Tage dauern.

Zur Besatzung der Raumfähre gehören sechs US-Astronauten sowie der Schwede Christer Fuglesang. Er fliegt für die Europäische Weltraumorganisation ESA mit zur ISS und wird dort auf seinen belgischen Kollegen Frank De Winne treffen. Dieser gehört seit Ende Mai zur Langzeitbesatzung der ISS. Insgesamt sind während der Mission drei Außeneinsätze der Shuttle-Astronauten vorgesehen; an zweien davon wird Fuglesang teilnehmen.

Startverschiebungen sind bei den US-Raumfähren fast schon Routine. Bei der Nasa ist inoffiziell immer wieder zu hören, dass die veralteten Shuttles längst zum Risikofaktor geworden sind. Seit einem Vierteljahrhundert sind die „Arbeitspferde“ in Sachen Weltraumtransport im Dienst, ein Teil der Technik stammt noch aus den 60er Jahren. Im kommenden Jahr sollen sie endgültig ausgemustert werden.

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