Raumfahrt
Ein Deutscher fliegt zu den Sternen

Unter mehr als 8000 Bewerbern hat die europäische Weltraumagentur Esa sechs neue Astronauten ausgewählt. Zu den künftigen Raumfahrern zählt mit Alexander Gerst auch ein Deutscher. Wichtig auch: Die Esa erhöht ihren Frauenanteil im All.
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TT DÜSSELDORF. Deutschland ist im europäischen Astronautenteam künftig doppelt vertreten. Zum „Weltraumveteranen“ Hans Schlegel, der bereits 1993 erstmals ins All flog, stößt nach Abschluss seiner dreijährigen Astronauten-Ausbildung der 1976 geborene Alexander Gerst aus Künzelsau. Gemeinsam mit fünf Kollegen setzte sich der gelernte Physiker unter mehr als 8400 Bewerbern durch.

Die Suche nach den neuen Astronauten hatte genau vor einem Jahr, am 19. Mai 2008, begonnen. Das Verfahren stand Bewerberinnen und Bewerbern aus allen 18 ESA-Mitgliedstaaten offen. Neben Gerst wurden der Däne Andreas Mogensen, der Brite Timothy Peake, der Franzose Thomas Pesquet sowie die Italiener Luca Parmitano und Samantha Cristoforetti ausgewählt.

Mit Cristoforetti ist erstmals seit Claudie Haigneré auch wieder eine Frau im europäischen Astronautenteam. Die Französin Haigneré war 2001 als bislang einzige Esa-Astronautin ins All geflogen und hatte die Internationale Raumstation ISS besucht. Im Vorfeld des jetzt abgeschlossenen Bewerbungsverfahrens hatten Esa-Verantwortliche Frauen ausdrücklich zu einer Bewerbung ermutigt.

„Wir befinden uns an einem Wendepunkt der bemannten Raumfahrt der Esa“, so Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain bei der Vorstellung der neuen Astronauten. „Diese jungen Talente repräsentieren eine Generation, die aus dem erdnahen Orbit aufbricht bis zum Mond und darüber hinaus.“

Seit 1976 wurden 13 Deutsche für die Ausbildung zum Astronauten oder Kosmonauten ausgewählt. Der erste Deutsche im Weltraum war Sigmund Jähn, der – als Bürger der DDR – im August 1978 mit der Mission Soyuz 31 zur sowjetischen Raumstation Salyut 6 flog. Der bislang letzte deutsche Astronaut im All war im Jahr 2008 Hans Schlegel, der während mit seinem Flug STS-122 das europäische Weltraumlabor Columbus zur Internationalen Raumstation ISS brachte.

Die meisten Aufenthalte in der Erdumlaufbahn kann Ulf Merbold verzeichnen, der drei Mal ins All geflogen ist. Mit zwei Langzeitmissionen kann Thomas Reiter, heute DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -entwicklung, auf den längsten Aufenthalt zurückblicken. Er war sowohl auf der russischen Mir-Station als auch auf der ISS und verbrachte insgesamt 350 Tage im Weltraum.

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