Raumfahrt Bis hinter den Mond und wieder zurück

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Eine Mission, die alles entscheidet
Der Chefingenieur spricht über die Arbeiten am Servicemodul für das US-Raumschiff „Orion“. Quelle: dpa
Matthias Gronkowski

Der Chefingenieur spricht über die Arbeiten am Servicemodul für das US-Raumschiff „Orion“.

(Foto: dpa)

„Alles hängt von diesem Start ab. Damit können wir beweisen, dass Reisen ins tiefe All möglich sind“, sagt die Nasa-Direktorin Ellen Ochoa, als sie sich bei einem Besuch in Bremen über den Baufortschritt informiert. Die Zusammenarbeit mit der europäischen Schwesterorganisation Esa, in deren Auftrag Airbus das Servicemodul für 390 Millionen Euro entwickelt und baut, sieht sie als einen ersten Schritt. Bemannte Missionen zum Mond oder Mars seien nur als internationale Kooperation möglich, betont sie.

Voraussichtlich 2021 soll „Orion“ erstmals Astronauten befördern. Zur Besatzung könnte die Nasa-Astronautin Nicole Mann gehören, die Ochoa nach Bremen begleitet hat. Mehr als 150 Ingenieure und Techniker arbeiten bei Airbus an dem Servicemodul. Viele von ihnen sind gekommen, um den beiden Frauen in einem großen Konferenzraum zuzuhören. In blauer Nasa-Jacke steht Mann vor ihnen und strahlt begeistert. „Wir können soweit von der Erde wegfliegen wie noch nie“, sagt sie und gibt dann zu, dass sie während des Fluges bestimmt aufgeregt wäre: „Mein Herz wird klopfen. Aber ich weiß, dass Sie alles tun werden, damit wir sicher sind.“

Doppelt hält besser – das ist beim Servicemodul die Devise. Alle wichtigen Systeme haben eine Absicherung, falls mal etwas ausfällt. Sollte zum Beispiel das Haupttriebwerk im All nicht mehr funktionieren, können acht kleinere Triebwerke übernehmen. Auch wegen der Sicherheit haben sich die Ingenieure dafür entschieden, dass das Servicemodul am Ende seiner Mission verglühen soll. Das war schon beim inzwischen eingestellten europäischen Raumtransporter ATV so, auf dessen Technik das Servicemodul basiert.

Menschen, die auf Sofi starren
Totale Sonnenfinsternis begeistert Amerika
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Eine totale Sonnenfinsternis (Sofi) in Teilen der USA hat am Montag die Menschen begeistert. „Für ein paar Minuten war Amerika fähig, nach oben zu schauen - und zu vergessen“, schrieb die „Washington Post“. Vom US-Bundesstaat Oregon aus zog die Finsternis etwa 90 Minuten lang in einem etwa 100 Kilometer breiten Streifen über den Kontinent, um sich dann Richtung Atlantik zu verabschieden.

ISS vor der Sonne
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Jeweils etwa zwei Minuten lang knipste die Finsternis in der Kernzone sukzessive das Tageslicht aus und ließ die Temperaturen um bis zu fünf Grad Celsius sinken. Gleichzeitig ermöglichte sie faszinierende Bilder wie dieses, das die Silhouette der internationalen Raumstation ISS vor der Sonnenscheibe zeigt.

Sofi-Touristen
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Millionen Menschen wollten die von Küste zu Küste reichende totale Finsternis sehen - es war erste in den USA seit 99 Jahren. Teils reisten sie schon Tage zuvor in die Kernzone.

Nicht ohne Schutzbrille
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Schutzbrillen hatten Hochkonjunktur, denn ohne sie wäre ein Blick selbst auf die verdunkelte Sonne gefährlich.

Prominente Sofi-Beobachter
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Auch US-Präsident Donald Trump und seine Ehefrau Melania schützten ihre Augen mit Spezialbrillen.

US-Präsident
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Kurz schaute Trump aber auch ohne die empfohlene Schutzbrille in den Himmel, was in einigen Medien und in den sozialen Netzwerken für Spott sorgte. Trump kam aber nicht in den Genuss der totalen Finsternis. In der US-Hauptstadt Washington war die Sonne nur zu 81 Prozent vom Mond verdeckt.

Sofi-Beobachtung
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Einige Amerikaner hatten für ihre Beobachtungen spezielle Geräte aufgebaut.

„Die Erfahrungen vom US-Spaceshuttle haben gezeigt, dass die Wiederverwendung der Technik nicht ganz so sicher und vor allem nicht wirtschaftlich ist“, sagt Airbus-Chefingenieur Gronowski. Nach dem Flug ins All müsste das komplette Raumschiff auseinandergebaut, jede Komponente getestet, defekte Teile ausgetauscht und dann alles wieder zusammengesetzt werden.

Ein bisschen Recycling und ein Stück Raumfahrtgeschichte werden beim ersten „Orion“-Flug aber dann doch dabei sein: Das Haupttriebwerk stammt von einem ehemaligen Spaceshuttle. Noch steht es in Folie verpackt in der Bremer Werkshalle. Fest steht aber jetzt schon: Sein erster Einsatz in einem „Orion“-Raumschiff wird auch der letzte sein.

  • dpa
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