Raumfahrt
Eine Veranda für die Raumstation

Die Nasa schickt sieben Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS. Die Besatzung des Shuttles „Endeavour“, die am Samstag starten soll, wird den Ausbau des japanischen Kibo-Labors vollenden. Für die Nasa ist der Shuttle-Flug aber nur einer von zwei Höhepunkten der kommenden Tage.
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HB WASHINGTON. Hochbetrieb bei der Nasa: Innerhalb weniger Tage stehen zwei wichtige Starts ins All an. Am Samstag soll die Raumfähre „Endeavour“ mit sieben Astronauten vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) abheben. Die Raumfahrer sollen den Ausbau des japanischen Kibo-Labors an der Internationalen Raumstation ISS vollenden. Am 17. Juni startet dann eine Atlas-V-Rakete mit zwei Sonden an Bord zum Mond. Wichtigste Aufgabe ist es, einen Landeplatz für künftige Mondlandungen auszuspähen.

„Endeavour“ hat eine gut vier Tonnen schwere Logistikplattform an Bord, die von den Astronauten außen am Kibo-Labor angebracht werden soll. Die Plattform ist für Experimente vorgesehen, bei denen ein direkter Kontakt mit dem All notwendig ist. „Eine Veranda im Weltall“, nennt die US-Weltraumbehörde Nasa die Plattform.

Unter anderem sollen auf der Plattform eine Röntgenkamera sowie Instrumente zur Untersuchung von kosmischem Staub und anderen Raumpartikeln installiert werden. Das Kibo-Labor war im vergangenen Jahr installiert worden. Die Arbeit dort konzentriert sich auf biologische Experimente und auf Untersuchungen mit Werkstoffen.

Während der 17 Tage langen Reise der „Endeavour“ sind insgesamt fünf Weltraumspaziergänge vorgesehen. Unter anderem werden Ersatzteile auf der ISS deponiert sowie Batterien an einem Solarflügel ausgewechselt. Am 29. Juni soll der Shuttle wieder in Cape Canaveral landen.

Von der unbemannten Mondmission erhofft sich die NASA „aufregende Informationen über unseren nächsten Nachbarn“. Läuft alles nach Plan, werden zwei Sonden ausgesetzt: der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) und der Lunar Crater Observation and Sensing Satellite (LCROSS).

Aufgabe des LRO wird es sein, dreidimensionale Landkarten aufzunehmen. Mit ihnen soll ein sicherer Landeplatz für menschliche Besucher ausfindig gemacht werden. Experten verweisen darauf, dass es 40 Jahre nach der ersten Mondlandung nach wie vor viele „weiße Flecken“ auf dem Erdtrabanten gibt. Die zweite Sonde LCROSS soll erkunden, ob sich in den schattigen Kratern an den lunaren Polen Eis verbirgt.

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