Raumfahrt: Esa-Chef: „Wir brauchen bemannte Raumfahrt in Europa“

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Esa-Chef: „Wir brauchen bemannte Raumfahrt in Europa“

Die Europäische Weltraumorganisation Esa plädiert für einen Einstieg Europas in die bemannte Raumfahrt. „Ich bin überzeugt, dass wir eine bemannte Raumfahrt in Europa brauchen“, sagte Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain am Montag in Paris.

dpa PARIS. Die Europäische Weltraumorganisation Esa plädiert für einen Einstieg Europas in die bemannte Raumfahrt. „Ich bin überzeugt, dass wir eine bemannte Raumfahrt in Europa brauchen“, sagte Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain am Montag in Paris.

Dieses zentrale „Zukunftsprojekt“ der Esa hänge vom politischen Willen der Mitgliedstaaten ab. Basis für die europäischen Pläne ist ein eigenständiges Transportsystem. Er habe den Esa-Staaten vorgeschlagen, ein Transportsystem gemeinsam mit den Russen zu bauen. Das Milliardenprojekt eines bemannten Raumgleiters soll die strategische Unabhängigkeit Europas im All sichern.

Zu Beginn dieses Jahres will die Esa zwei wichtige Schritte in diese Richtung unternehmen. Mit den Starts des neuen europäischen Raumtransporters ATV und des Weltraumlabors Columbus wird der Februar zu einem entscheidenden Monat für die Esa. Der unbemannte Versorger ATV „Jules Verne“ solle „nicht vor dem 21., aber wahrscheinlich nicht viel später als dem 22. Februar“ ins All geschossen werden, sagte Dordain. Bereits am 7. Februar soll das Esa-Weltraumlabor Columbus mit einer US-Raumfähre in Richtung Internationale Weltraumstation ISS starten. Columbus ist der wichtigste europäische Beitrag zur ISS.

Ein anderes europäisches Großprogramm steht vor einem Finanzierungsproblem: Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ könnte das europäische Navigationsprogramm Galileo, an dem die Esa maßgeblich beteiligt ist, statt der veranschlagten 3,4 Mrd. Euro fünf bis zehn Mrd. Euro kosten. Für das laufende Jahr verfügt die Esa über rund drei Mrd. Euro; 2,4 Mrd. davon investieren die 17 Mitgliedstaaten. Die größten Beitragszahler sind Frankreich und Deutschland. Esa-Chef Dordain möchte die Finanzierung reformieren: „Wir brauchen mehr Flexibilität bei der Verteilung der Gelder auf unsere Projekte.“ Derzeit besitzt jedes der 57 Esa-Programme ein eigenes Budget.

Ein langfristiges Ziel der Esa ist die Erforschung des Mars. „Alle wollen zum Mars, denn wer den Mars kennt, der kennt auch die Erde“, sagte Jean-Jacques Dordain zum wissenschaftlichen Interesse an dem erd-ähnlichen Planeten. Der europäische Marsrover Exomars soll 2013 im Rahmen des Aurora-Programmes auf dem Mars landen. Europa solle eine führende Rolle bei der Erforschung des Mars übernehmen, betonte der Esa-Chef.

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