Raumfahrt Esa-Chef Wörner will elf Milliarden Euro

Auch nach der Bruchlandung ihrer Marssonde Schiaparelli hat die europäische Weltraumorganisation Esa große Pläne auf dem Mars. Um sie zu verwirklichen, müssen allerdings zuerst die Geldgeber überzeugt werden.
Elf Milliarden Euro für Weltraum-Programme in den kommenden Jahren. Quelle: AP
Esa-Generaldirektor Jan Wörner

Elf Milliarden Euro für Weltraum-Programme in den kommenden Jahren.

(Foto: AP)

BerlinDie europäische Raumfahrtagentur Esa will von ihren Mitgliedstaaten rund elf Milliarden Euro für Weltraum-Programme in den kommenden Jahren. Dabei geht es auch um die angestrebte Verlängerung der Nutzung der Internationalen Raumstation ISS und die Zukunft der Mars-Mission ExoMars, wie Esa-Generaldirektor Jan Wörner am Montag in Paris erläuterte. Ein Ministertreffen der 22 Esa-Staaten und Kanadas berät Anfang Dezember im schweizerischen Luzern über die Vorschläge.

Weil das Geld für Programme mit unterschiedlicher Dauer gebraucht werde, können die elf Milliarden Euro nicht auf einen einheitlichen Zeitraum umgerechnet werden, erklärte Wörner. Die Pläne entsprächen aber einem jährlichen Budget von etwa 3,5 Milliarden Euro – hinzu kommt dann noch Geld von der EU-Kommission.

Höllenritt zum Mars
Schiaparelli beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre
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Schiaparelli, dem kleinen Landegerät der europäisch-russischen Mission ExoMars, steht ein wahrer Höllenritt bevor: Mit 21.000 Stundenkilometern wird der Lander am Mittwoch in die Mars-Atmosphäre eintauchen.

Schiaparelli am Bremsfallschirm
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Verläuft alles wie geplant, wird der Lander innerhalb von knapp sechs Minuten von 21.000 auf rund zehn Kilometer in der Stunde abgebremst, um schließlich... (Foto: Esa)

Schiaparelli mit gezündeten Bremstriebwerken
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...sanft auf der Marsoberfläche aufzusetzen.

Schiaparelli auf der Marsoberfläche
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Auf dem Mars soll Schiaparelli dann mehrere Tage lang Daten sammeln, bis seine Energievorräte aufgebraucht sind. Vor allem gilt die Mission aber als Generalprobe für zukünftige Missionen zum Roten Planeten.

Mars-Ebene Meridiani Planum
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Landen wird Schiaparelli in der Ebene Meridiani Planum. Eine Region, die vor allem eines ist: großflächig flach, ohne Hindernisse, denn der Lander könnte diesen bei seinem Fall auf die Marsoberfläche nicht ausweichen. Außerdem befindet sich die Landestelle nahe eines Gebietes, in dem es einst größere Wassermengen gegeben haben könnte. (Foto: Esa/DLR/FU Berlin)

Geplanter Esa-Rover
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Zwar ist Schiaparelli kein hochgerüsteter Rover, sondern nur ein Testlandegerät. Dennoch ist das geplante Aufsetzen des kleinen Landers auf dem Mars die Generalprobe für den ersten europäischen Rover, den die europäische Weltraumagentur Esa in vier Jahren auf dem Mars absetzen will.

Schiaparelli trennt sich vom Mutterschiff
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Vor wenigen Tagen hatte sich Schiaparelli von seinem Mutterschiff, der Atmosphärensonde Trace Gas Orbiter, getrennt. Nun wird es ernst für den Lander: Das Aufsetzen auf der Mars-Oberfläche nach einem Ritt durch die dünne, kohlendioxidhaltige Atmosphäre des Roten Planeten zählt zu den schwierigsten Raumfahrtmanövern überhaupt. Bislang gelang es nur den USA, funktionierende Forschungsrover auf dem Mars zu platzieren.

Die ISS soll bis 2024 mit Forschern an Bord um die Erde kreisen, die europäische Beteiligung ist bislang aber nur bis 2020 gesichert. Für das Programm möchte die Esa 800 Millionen Euro einplanen, damit wäre es zunächst bis 2021 gedeckt.

Weil europäische Astronauten nicht mit eigenen Mitteln zum Außenposten ins All reisen können, müssen sie für die Mitreise bei den Partnern Gegenleistungen anbieten – etwa ein neues Servicemodul für die Station. Dieses müsste dann vorher gebaut werden, so Wörner.

Die Esa wirbt zudem um grünes Licht für die zweite Phase der Marsmission ExoMars, bei der sie gemeinsam mit ihrem russischen Partner nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten sucht. Dazu soll 2020 ein Forschungsrover auf den Roten Planeten geschickt werden.

Weil sich dies um zwei Jahre verzögert hatte, braucht die Esa mehr Geld. Die Rede war bislang von etwa 300 Millionen Euro. Wörner hielt sich zum Betrag allerdings bedeckt und verwies auf eine laufende Überprüfung. Die Summe werde Ende des Monats feststehen. „Ich denke, es wäre eine große Chance für Europa“, sagte Wörner.

Norwegens Kürzungspläne beunruhigen den Esa-Chef
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