Raumfahrt
Europa will bis 2011 auf den Mars

Die Europäische Weltraumorganisation (Esa) will von 2011 an mit einer Landestation, einem Rover und einem Tiefenbohrer nach Spuren von Leben auf dem Mars suchen.

dpa BERLIN. Wie Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain zum Abschluss des Ministerrates am Dienstag in Berlin mitteilte, stimmten die Regierungen außerdem einer Erhöhung des rund 400 Mill. Euro starken Esa-Wissenschaftsetats um jährlich 2,5 Prozent für die kommenden fünf Jahre zu.

Sie gaben auch grünes Licht für das satellitengestützte Erdbeobachtungssystem Gmes, an dem Deutschland einen Anteil von 31 Prozent hat. Europa beteiligt sich außerdem unverändert mit 650 Mill. Euro an der internationalen Raumstation ISS. Das Ariane-Raketenprogramm soll weiterentwickelt werden. Dordain sagte, dass die Minister 95 Prozent des von der Esa angemeldeten Mittelbedarfs in Höhe von 8,8 Mrd. Euro für die kommenden drei Jahre genehmigt hätten.

Der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Georg Wilhelm Adamowitsch, bezeichnete die Beschlüsse des Ministerrates als großen Schritt nach vorn. „Gmes ist für Europa eine Schlüsseltechnologie, mit der wir weltweit unsere technologische und wissenschaftliche Kompetenz unter Beweis stellen können“, sagte er. Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Sigmar Wittig, sagte, dass die Verwirklichung Gmes-Projekt vor einem halben Jahr noch fraglich war. Mit dem Gmes (Global Monitoring for Environment and Security) soll das Ökosystem Erde aus der Ferne genauer beobachtet und analysiert werden. Diese Analyse, so das DLR, diene letztendlich der Daseinsvorsorge.

Die geplante Marsmission unter dem Namen „Exomars“ wiederum ist Teil der Initiative der Esa zur Erforschung des Sonnensystems (Aorora). Mit einer Landestation, einem Rover und einem Tiefenbohrer soll Exomars auf und unter der Oberfläche des Nachbarplaneten nach Spuren von Leben suchen. Das bemannte Transportsystem Clipper, das die Esa gemeinsam mit Russland verwirklichen wollte, hat dagegen derzeit nur geringe Chancen.

Der Vizepräsident der EU-Kommission Günter Verheugen bezeichnete Gmes als „ein weiteres Leuchtturmprojekt der europäischen Weltraumpolitik.“ Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte die Tagung am Montag eröffnet und den Vorsitz des Ministerrats turnusmäßig an den niederländischen Wirtschaftsminister Jan Brinkhorst abgegeben. Der nächste Ministerrat findet 2008 in den Niederlanden statt.

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