Raumfahrt
Fehler auf der Erde führte zu Verlust von Marssonde

Menschliches Versagen bei der Nasa hat zum Verlust der Sonde Mars Global Surveyor im November vergangenen Jahres geführt. Das geht aus einem vorläufigen Untersuchungsbericht hervor, den die US-Raumfahrtbehörde am Freitag in Washington veröffentlicht hat.

dpa WASHINGTON. Menschliches Versagen bei der Nasa hat zum Verlust der Sonde Mars Global Surveyor im November vergangenen Jahres geführt. Das geht aus einem vorläufigen Untersuchungsbericht hervor, den die US-Raumfahrtbehörde am Freitag in Washington veröffentlicht hat.

Danach gaben Bodenkontrolleure einen falschen Computerbefehl ein, der dann nach einer „komplizierten Kette von Ereignissen“ zur Batterie-Überhitzung und schließlich zum kompletten Stromverlust führte.

Die Nasa hatte am 2. November 2006 zum letzten Mal Signale von der Sonde erhalten. Zuvor hatte das kleine Raumfahrzeug seine ursprünglich erwartete Lebensdauer bereits um das Vierfache übertroffen und unter anderem spektakuläre Informationen über Spuren von Wasser auf dem Roten Planeten geliefert.

Dem Report zufolge begann die unglückliche Verkettung im Juni 2006, als ein Befehl von der Erde zur Ausrichtung der Hauptantenne an die falsche Computeradresse geschickt wurde. Das wiederum führte zu einem Problem bei der Positionierung der Sondensonnensegel. Ein Korrekturversuch fünf Monate später verursachte die Überhitzung einer von zwei Batterien, was ein Computer an Bord der Sonde aber falsch als ein „Überladen“ interpretierte. Als Folge wurde das Aufladesystem abgeschaltet, und binnen zwölf Stunden verloren beide Batterien ihren Saft. Damit konnte die Sonde nicht mehr mit der Erde kommunizieren.

Zu allem Überfluss reagierte ein System zum Schutz vor Fehlern an Bord auch noch falsch: Der Nasa zufolge machte die programmierte Reaktion das Problem noch schlimmer. Auch für derartige Krisensituationen vorbereitete Prozeduren in der Bodenzentrale hätten nicht ausgereicht, um die aufgetretenen Fehler zu entdecken.

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