Raumfahrt
Hubble-Reparatur mit Hindernissen

Der vierte Außeneinsatz zur Reparatur des Hubble-Teleskops war der bislang komplizierteste. Wegen technischer Probleme mussten die Astronauten ihren Einsatz nach mehr als acht Stunden Arbeit im All abbrechen.
  • 0

HB HOUSTON. Zwei Astronauten der US-Raumfähre „Atlantis“ haben den vierten von insgesamt fünf Außenbordeinsätzen zur Reparatur des Weltraumteleskops „Hubble“ beendet. Die Astronauten Michael Good und Michael Massimino setzten dabei am Sonntag einen seit fünf Jahren ausgefallenen Bilder-Spektrographen instand. Ersten Tests zufolge funktionierte das Gerät anschließend wieder.

Um an das Schaltboard des Spektrographen zu kommen, mussten die beiden Astronauten 111 Schrauben lösen, mit denen die Deckplatte befestigt war. Anders als erwartet war das größere Problem aber ein verschlissener Bolzen an einem Handlauf, der den Zugang zum „Space Telescope Imaging Spectrograph“ (STIS) versperrte. Massimino schlug den Griff schließlich mit schierer Gewalt ab. Insgesamt verzögerten sich die Arbeiten jedoch so sehr, dass die Astronauten den zweiten Teil des mehr als achtstündigen Einsatzes - den Austausch abgenutzer Isolierungsteile - abbrechen mussten.

Zuvor hatten sie bereits einzelne Teile einer Kamera von „Hubble“ ausgebaut und durch neue ersetzt. Die Kamera war bis zum Ausfall im vergangenen Jahr eines der wichtigsten Instrumente an Bord des 19 Jahre alten Observatoriums. Sie lieferte den Astronomen die tiefsten Einblicke im Bereich des sichtbaren Lichts ins All. Die Aufnahmen reichten bis zu 13 Mrd. Jahre zurück.

Mit den Reparaturen und Erneuerungen soll „Hubble“ für bis zu zehn weitere Jahre im All fitgemacht werden. Die Astronauten montierten bei ihren Arbeiten in einer Umlaufbahn rund 560 Kilometer über der Erde auch einen Haken, an dem das Weltraumteleskop in einigen Jahren von einer Robotersonde gepackt werden soll, um dann kontrolliert in den Pazifik abzustürzen.

Der fünfte und letzte Außenbordeinsatz ist für den heutigen Montag geplant. Am Dienstag soll die Atlantis“ „Hubble“ wieder in seine Umlaufbahn um die Erde entlassen und zur Erde zurückkehren.

Kommentare zu " Raumfahrt: Hubble-Reparatur mit Hindernissen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%