Raumfahrt
Hurrikan-Alarm: Nasa muss Raumfähre „Atlantis“ retten

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat wegen des Tropensturms „Ernesto“ den geplanten Start der Raumfähre „Atlantis“ in dieser Woche abgesagt. Zugleich sollen die Vorbereitungen weitergeführt werden, den Space-Shuttle in einer 160 Meter hohen Montagehalle in Sicherheit zu bringen. Das teilte die Nasa am Montag in Cape Canaveral mit.

dpa CAPE CANAVERAL/WASHINGTON. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat wegen des Tropensturms „Ernesto“ den geplanten Start der Raumfähre „Atlantis“ in dieser Woche abgesagt.

Nach letzten Wettervorhersagen geht die Nasa jetzt sogar vom ungünstigsten Szenario aus, wonach sie am Dienstag den Space-Shuttle in einer 160 Meter hohen Montagehalle auf dem Weltraumbahnhof in Sicherheit bringen muss. In diesem Fall sei ein Start im vorgesehenen Zeitrahmen bis zum 7. September nicht mehr möglich, sagte Nasa-Manager Leroy Cain am Montag in Cape Canaveral in Florida. Die Entscheidung über die Evakuierung falle in der Nacht zum Dienstag.

Grund für die Startverschiebung sind die neuesten Daten vom Nationalen Hurrikan-Zentrum in Miami. Danach wird der Tropensturm in den warmen Gewässern vor der Küste Floridas wieder die Hurrikan-Stärke 1 erreichen und am Mittwoch noch näher am Weltraumbahnhof in Cape Canaveral vorbeiziehen als bislang angenommen.

Ursprünglich sollte die „Atlantis“ mit der sechsköpfigen Crew an Bord am Sonntag abheben. Nach einem Blitzeinschlag in der Startrampe wurde der Start dann auf Dienstag verschoben, bevor er jetzt wegen „Ernesto“ ganz abgesagt wurde. In der Geschichte der bisherigen 115 Shuttle-Flüge mussten nach Angaben der Nasa bislang nur vier Starts wegen nahender Tropenstürme oder Hurrikans verschoben werden.

Nach den Worten von Startdirektor Mike Leinbach ist es unwahrscheinlich, dass der Space-Shuttle während des Wirbelsturms auf der Startrampe bleibt. Vielmehr solle die „Atlantis“ am Dienstagmorgen in die 6,8 Kilometer entfernte Montagehalle zurückgerollt werden.

Die Nasa-Vorschriften sehen vor, dass der Shuttle bei drohenden Windgeschwindigkeiten von mehr als 127 Kilometern pro Stunde in Sicherheit gebracht werden muss.

Eine Evakuierung von der Startrampe würde den gesamten Zeitplan der Nasa durcheinander bringen. Nach den Worten von Leinbach dauert es acht Tage, bis der Space-Shuttle nach Rückkehr auf die Rampe wieder startbereit ist. Damit lässt sich der bis zum 7. September gesetzte Zeitrahmen für den Flug zur Internationalen Raumstation ISS nicht mehr einhalten. Ein späterer Start des Shuttles wäre nur möglich, wenn auch die Russen ihren für den 14. September geplanten Start der „Sojus“-Kapsel mit der neuen Langzeitbesatzung für die ISS verschieben. Sollte die russische Partneragentur nicht zustimmen, öffnet sich für die Nasa erst wieder ein kleines Startfenster in der zweiten Oktoberhälfte.

Die Nasa und die russische Weltraumbehörde müssen sich rasch einigen, weil beiden an der Wiederaufnahme der Transportflüge zur ISS gelegen ist. Nur die US-Shuttles können so schwere Teile wie jetzt ein 17,5 Tonnen schweres Segment mit einem Paar Sonnensegel zur Weltraumstation transportieren.

Diese Sonnensegel werden die derzeitige Energieversorgung verdoppeln. Sie sind absolut notwendig, bevor das europäische Weltraumlabor „Columbus“ und das japanische Weltraumlabor an der ISS angebracht werden. Ursprünglich sollte die „Atlantis“ die Sonnensegel schon im Mai 2003 zur ISS fliegen. Nach dem tödlichen Unglück der „Columbia“ am 1. Februar 2003 sagte die Nasa jedoch alle weiteren Transportflüge ab.

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