Raumfahrt
ISS ist ein Stück sicherer

Die russischen Kosmonauten Fjodor Jurtschichin und Oleg Kotow haben auf der internationalen Raumstation ihren zweiten Außeneinsatz innerhalb einer Woche beendet. Während der fünf Stunden und 37 Minuten langen Arbeit im freien All machten die beiden Russen die ISS ein Stück sicherer. Außerdem starteten sie ein neues Experiment.

HB WASHINGTON/MOSKAU. Jurtschichin und Kotow installierten zwölf Schutzplatten, mit denen die Raumstation besser vor Meteoriteneinschlägen geschützt werden soll. Außerdem befestigten sie an der Außenhaut der ISS einen Container mit lebendigen Mücken und anderen Kleinstlebewesen. Mit dem wissenschaftlichen Experiment „Biorisk“ soll untersucht werden, welchen gesundheitsschädlichen Einflüssen Organismen bei Langzeitflügen ausgesetzt sind.

Die auf die ISS gebrachte Mückenart soll extrem widerstandsfähig sein. Die Insekten müssen für eineinhalb Jahre in ihrem Container an der Außenwand der ISS bleiben und werden dann auf der Erde untersucht. Die aus dem Versuch gewonnenen Erkenntnisse wollen Wissenschaftler für die Vorbereitung von bemannten Raumflügen unter anderem zum Mars nutzen.

Die an der ISS angebrachten Schutzplatten vor Meteoriteneinschlägen bestehen aus Aluminium und sind rund 60 mal 90 Zentimeter groß. Sie wiegen bis zu neun Kilogramm. Die Schutzplatten sollen ein tödliches Risiko bannen, das beim Durchschlagen der Außenhaut entstehen könnte. Während ihres Außeneinsatzes fanden Jurtschichin und Kotow beispielsweise eine kugelgroße Einschlagdelle eines Kleinstmeteoriten.

Während ihres mehr als fünfeinhalbstündigen Einsatzes installierten die beiden russischen Kosmonauten auch noch ein Internetkabel.

Es war der 83. Außeneinsatz auf der ISS und der zweite für Jurtschichin und Kotow. Die beiden hatten Ende Mai ihre Feuertaufe im All mit Bravour bestanden. Die Russen absolvierten ihren ersten Außeneinsatz souverän und vor allem sehr schnell. Die amerikanische Astronautin Sunita Williams blieb auch dieses Mal im Inneren der Raumstation, um den Außeneinsatz von dort aus zu unterstützen.

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