Raumfahrt
Nasa chartert Raketen bei der Industrie

Die Raumfahrtbehörde setzt auf das Outsourcing von Versorgungsflügen zur ISS. Damit steht mehr Geld für Missionen zu Mond und Mars bereit. Die kommerzielle Raumfahrt steht im kommenden Jahr vor einer Nagelprobe: Die privaten Unternehmen müssen zeigen, ob sie die hohen Erwartungen technisch und finanziell erfüllen können.
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WASHINGTON. Richard Branson macht die Reiseträume der Schwerreichen wahr. Sein Unternehmen Virgin Galactic startet nun in der kalifornischen Mojave-Wüste Tests mit einem Flugzeug, das in spätestens zwei Jahren Passagiere in den Weltraum bringen soll. Die Maschinen werden mit jeweils sechs Touristen in über 100 Kilometer Höhe eine Stippvisite ins All machen und im Gleitflug zur Erde zurückkehren. Schlappe 200 000 Dollar soll das Ticket kosten.

Mit dem ersten Weltraum-Touristenflieger knackt Branson ein fast 50 Jahre altes Monopol. Bisher war die bemannte Raumfahrt ausschließlich die Sache großer staatlicher Raumfahrtbehörden. Der neue Weltraumflieger aber ist erstmals rein privatwirtschaftlich entwickelt und gebaut worden – von der Firma Scaled Composites in Kalifornien unter Leitung des renommierten Flugzeugkonstrukteurs Burt Rutan. Und der Touristenflieger ist erst der Anfang.

In den USA dringt die kommerzielle Raumfahrt Schritt für Schritt in Bereiche vor, die die Nasa bislang als ihr Hoheitsgebiet betrachtet hat: den routinemäßigen Transport von Fracht und Astronauten auf die Internationale Raumstation ISS. Auf diese Weise sollen die enormen Kosten gedrückt werden.

Das Kooperationsprogramm zwischen Nasa und Industrie trägt den Titel Commercial Orbital Transportation Services, kurz COTS. Dessen Anfänge gehen zurück auf den Januar 2006. Damals zeichnete sich ab, dass die störanfälligen und kostspieligen US-Raumtransporter, die Space Shuttles, im Jahr 2010 ausrangiert werden müssen. Die USA liefen damit Gefahr, in den Jahren danach über kein Raumfahrzeug zu verfügen, das Fracht oder Personen zur ISS bringen könnte. Denn der geplante Shuttle-Nachfolger „Orion“ wird frühestens 2015 abheben.

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  • Warum sagt der gesunde Menschenverstand, dass 1. dieser recht enge Zeitplan genauso scheitern wird wie viele ähnlich gelagerte Outsourcing-Projekte (beim A400M verzögerte sich der Start eines "simplen" Flugzeugs um Jahre, hier sollen es Raumfahrzeuge werden), dass es 2. absoluter Wahnsinn ist, mit welchen Summen hier rangiert wird (100 bis 500 Mio Dollar für einen Transport) und dass es 3. ebenfalls Wahnsinn ist, dass die iSS meines Wissens nicht mal fertig ist aber nur voraussichtlich bis 2015 im Dienst sein soll ?!? Rechnet eigentlich irgendwer mal nach, ob das Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen auch nur im Geringsten vertretbar ist ?

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