Raumfahrt
Nasa verschiebt „Discovery“-Start

Die US-Weltraumbehörde Nasa hat kein Glück mit dem Wetter: Erneut musste der Start einer Raumfähre wegen eines Gewitters verschoben werden. Mehr Glück als die Nasa-Techniker hatten dagegen ihre südkoreanischen Kollegen.
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HB CAPE CANAVERAL. Der Start der US-Raumfähre „Discovery“ zur Internationalen Raumstation ISS ist wegen Gewitterstürmen in Nähe der Startrampe in Florida um einen Tag verschoben worden. Das Sicherheitsrisiko für die sieben Astronauten und den Shuttle sei zu hoch, hieß es am Dienstagmorgen am US-Weltraumbahnhof in Cape Canaveral.

Kurz vor dem Starttermin um 7.36 Uhr (MESZ) waren noch Blitze über den Himmel gezuckt. Zudem hatte es gestürmt und geregnet. Daraufhin brachen die Nasa-Verantwortlichen den Countdown kurzfristig ab. Das Space Shuttle „Discovery“ soll nun am Mittwochmorgen um 7.10 Uhr (MESZ) zur ISS aufbrechen. Nasa-Experten rechneten mit einer Startwahrscheinlichkeit von 70 Prozent.

„Die Maschine lief noch nicht. Denen war klar, dass das Wetter ihnen einen Strich durch die Rechnung machen kann“, sagte der zum Start in Florida gereiste deutsche ESA-Astronaut Hans Schlegel der Nachrichtenagentur dpa. Positiv sei, dass alles früh genug abgebrochen werden konnte. „Da ist noch nicht viel Unumkehrbares passiert. Das heißt, der Orbiter ist morgen genauso so gut wie heute und das Wetter ist vielleicht besser“, sagte der 58-Jährige.

Ganz ungefährlich sei ein solcher Startabbruch aber nicht. „Die sitzen auf zwei Millionen Kilogramm Treibstoff. Da muss trotzdem alles richtig gemacht werden“, betonte Schlegel, der nach zwei Astronauteneinsätzen weiter für die ESA und die Nasa arbeitet.

Bereits der Start der vorangegangenen Mission war mehrmals verschoben worden. Die US-Raumfähre „Endeavour“ konnte erst beim sechsten Versuch Mitte Juli abheben. Zuvor musste der Countdown fünfmal wegen technischer Probleme und schlechten Wetters abgebrochen werden. Die Verzögerung betrug mehr als einen Monat.

Mehr Glück als ihre Nasa-Kollegen hatten am Dienstag die Verantwortlichen des südkoreanischen Raumfahrtprogramms. Ihnen gelang zum ersten Mal der Start einer eigenen Satelliten-Trägerrakete. Die Rakete mit der Bezeichnung KSLV-1 hob planmäßig um 17.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MESZ) von einem neuen Raumfahrtzentrum im Süden des Landes ab. Sie soll einen kleinen Forschungssatelliten auf eine Erdumlaufbahn bringen.

Der Satellitenstart gilt als nationales Projekt. Bei einem Erfolg der Mission wäre Südkorea das zehnte Land der Erde, das einen künstlichen Satelliten von eigenem Territorium in den Weltraum befördert hätte. Russland war am Bau der umgerechnet etwa 283 Mio. Euro teuren Rakete beteiligt.

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