Raumfahrt Private Raumkapsel feiert Premiere im All

Die amerikanischen Space-Shuttles stehen vor dem Aus. Jetzt feierte ein möglicher Nachfolger Premiere: Erstmals ist es einem Privatunternehmen gelungen, eine Raumkapsel im All auszusetzen und wieder zur Erde zurückkehren zu lassen.
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Start frei für die Falcon 9-Rakete, die die erste private Raumkapsel ins All bringt. Quelle: dpa

Start frei für die Falcon 9-Rakete, die die erste private Raumkapsel ins All bringt.

(Foto: dpa)

HB WASHINGTON. Meilenstein für die kommerzielle Raumfahrt: Erstmals ist eine privat entwickelte Raumfahrt-Kapsel ins All gestartet, die später auch Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS befördern soll. Das acht Tonnen schwere „Dragon“-Vehikel der US-Firma SpaceX hob an Bord einer „Falcon 9“ Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab.

Nach gut drei Stunden Flug landete die Kapsel wohlbehalten im Pazifik, wie die US-Weltraumbehörde Nasa mitteilte. Die wiederverwendbare Kapsel soll möglicherweise bereits Ende nächsten Jahres erste unbemannte Versorgungsflüge zur ISS unternehmen.

Knapp zehn Minuten nach dem Start am Mittwoch um 16.43 Uhr MEZ wurde die Kapsel ausgesetzt. „Wunderschöner Start. Dragon ist im All“, teilte das Unternehmen mit. Bei dem Jungfernflug sollte „Dragon“ die Erde zweimal umkreisen. Zuvor waren mehrere Starts praktisch in letzter Sekunde wegen technischer Probleme verschoben worden.

Trägerrakete und Kapsel wurden von vom US-Unternehmen SpaceX (Space Exploration Technologies) entwickelt. Die rund 50 Meter lange und mehr als 300 Tonnen schwere Rakete war erstmals im Juni ins All gestartet, damals allerdings ohne Kapsel.

Das Vordringen von kommerziellen Unternehmen in die Raumfahrt gehört ausdrücklich zur neuen Strategie der US-Regierung, die Präsident Barack Obama vor einem Jahr ankündigte. Seine Vision ist, dass künftig Privatfirmen mit „Space-Taxis“ dafür sorgen, dass Mensch und Material zur ISS gelangen. Das sei billiger und effektiver, meint der Präsident.

Die Space-Shuttles der US-Weltraumbehörde Nasa, die rund ein Vierteljahrhundert im Einsatz waren, sollen im nächsten Jahr in Pension gehen. Dann soll die „Dragon“-Kapsel im Auftrag der Nasa zur ISS fliegen und bis zu 6000 Kilogramm an Technik und Proviant liefern – oder später einmal bis zu sieben Astronauten.

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