Raumfahrt
Russisch-ukrainische Trägerrakete stürzt bei Satellitenstart ab

Bei einem missglückten Start vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur ist eine russisch-ukrainische Trägerrakete mit insgesamt 18 Satelliten abgestürzt. Die leistungsfähigste Trägerrakete vom Typ Dnepr ging am frühen Donnerstag nach anderthalb Minuten Flugzeit im Grenzgebiet zu Usbekistan nieder.

dpa MOSKAU. Bei einem missglückten Start vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur ist eine russisch-ukrainische Trägerrakete mit insgesamt 18 Satelliten abgestürzt. Die leistungsfähigste Trägerrakete vom Typ Dnepr ging am frühen Donnerstag nach anderthalb Minuten Flugzeit im Grenzgebiet zu Usbekistan nieder.

Das teilte die Flugleitung bei Moskau nach Angaben der Agentur Interfax mit. Naturschützer warnten vor Umweltschäden durch die verbliebenen 70 bis 80 Tonnen hochgiftigen Raketentreibstoffs. In der Vorwoche war in Baikonur der Start des europäischen Wettersatelliten Metop wegen wiederholter Raketenprobleme auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Nach ersten Erkenntnissen versagte der Antrieb bei der bislang als zuverlässig geltenden Dnepr-Rakete. Knapp 200 Kilometer von der Startrampe entfernt stürzte die Rakete ab, weil sich offenbar die erste Antriebsstufe nicht automatisch ablöste. In ersten Meldungen war vom Absturz in 25 Kilometern Entfernung die Rede. Einsatzkräfte des unter russischer Führung stehenden Weltraumbahnhofs suchten auch am Nachmittag noch nach den Trümmern. „Man muss davon ausgehen, dass ein großer Teil des Raketentreibstoffs ausgelaufen ist“, sagte der Vorsitzende des russischen Verbandes für Chemie-Sicherheit, Lew Fjodorow, in Moskau.

Die Rakete sollte den ersten weißrussischen Kommunikationssatelliten „Belka“ sowie kleine Versuchssatelliten aus Russland, den USA, Italien und Kolumbien in den Orbit schießen. In Baikonur hatte der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko den missglückten Start verfolgt. Der Typ Dnepr ist eine Weiterentwicklung der sowjetischen Interkontinentalrakete RS-20 (Nato-Code: SS-18 Satan), die mit einem Startgewicht von 250 Tonnen eine bis zu 3,7 Tonnen schwere Fracht in eine Umlaufbahn von 300 bis 900 Kilometern über der Erde bringen kann.

Bei russischen Raketenstarts gab es in den vergangenen sechs Jahren ein Dutzend Abstürze und andere schwerwiegende Probleme. Wegen eines Raketenproblems verfehlte Ende 2002 auch der 110 Mill. Euro teure europäische Kommunikationssatellit Astra-1K seine vorgesehene Position im Orbit.

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