Raumfahrt
Schlegel von Außeneinsatz im Weltall begeistert

Der deutsche Astronaut Hans Schlegel hat seinen Außeneinsatz im Weltall als ein fantastisches und unvergleichliches Erlebnis beschrieben.

dpa HAMBURG/HOUSTON. Der deutsche Astronaut Hans Schlegel hat seinen Außeneinsatz im Weltall als ein fantastisches und unvergleichliches Erlebnis beschrieben.

„Für mich persönlich war das ein absolutes Highlight“, sagte der 56-Jährige am Freitag in Houston (US-Bundesstaat Texas) auf einer Telefonpressekonferenz mit mehreren deutschen Journalisten. „Der Blick auf die Erde, auf den weißblauen Planeten, auf die Dünnheit der Erdatmosphäre, die starke Krümmung der Erde (...) - das ist eine Sichtweise, die nur noch zu steigern ist, durch den möglichen Blick auf die Erde vom Mond, so spektakulär ist das für einen persönlich.“ Nach 13 Tagen im Weltraum war Schlegel am vergangenen Mittwoch an Bord des Space Shuttles „Atlantis“ wohlbehalten auf der Erde gelandet. Die siebenköpfige Crew hatte das europäische Forschungslabor „Columbus“ zur Internationalen Raumstation ISS gebracht.

Als zweiter Deutscher in der Geschichte der Raumfahrt nach Thomas Reiter war Schlegel am 13. Februar ins All ausgestiegen und hatte gemeinsam mit einem US-Kollegen einen Stickstofftank für das äußere Kühlsystem der ISS ausgewechselt. „Die Orientierung oben und unten ist weg (...), damit kann man spielen, um eine schwierige Arbeitssituation ein bisschen zu erleichtern. (...) Ich denke, dass dieses Erlebnis einen in die Lage versetzt, ganz andere Perspektiven einzunehmen.“ (...) „Eine halbe Stunde, nachdem ich draußen war, flogen wir zufällig genau über die Kölner Bucht herüber, über Aachen, über Köln. Die Mannschaft hat mich darauf aufmerksam gemacht und ich habe mir 30 Sekunden gegönnt und alles wiedererkannt. (...) Es war einfach fantastisch und eigentlich zu schön, um wahr zu sein“, sagte Schlegel, der unter anderem mehrere Jahre in Aachen gelebt hat.

Die Astronauten merken nichts von dem immensen Tempo von 27 000 Stundenkilometern, mit dem sie und die ISS um die Erde kreisen. 90 Minuten brauchen sie für eine Umrundung der Erde. Im Frühjahr 1993 war Schlegel als „Nutzlastenspezialist“ zum ersten Mal mit der „Columbia“ ins All gestartet. „Wir erkennen ganz deutlich (...), die Erde ist klein, sie ist endlich. Wir sehen keine Ländergrenzen, wir sehen keine Religionen, wir sehen keine politischen Systeme. (...) Die Botschaft von mir ist ganz klar, die Erde ist unser Mutterraumschiff, das aller Menschen.“

An einem ersten geplanten Außeneinsatz hatte Schlegel wegen gesundheitlicher Probleme nicht teilnehmen können. „Es war nicht die Weltraumkrankheit, ich hatte keinerlei Schwierigkeiten umzugehen mit der Schwerelosigkeit. Medizinische Gründe führten dazu, dass man gesagt hat, wir wollen sehen, wie sich das entwickelt. (...) Für mich persönlich ist das bitter, aber ich bin da ganz Profi, für mich stand die Aufgabe im Vordergrund.“

An die Schwerkraft auf der Erde hat sich Schlegel noch nicht komplett wieder gewöhnt. „Jedes Mal wenn Sie den Kopf drehen, dann spiegelt Ihnen der Gleichgewichtssinn vor, als ob Ihr ganzer Körper rotiert“, sagte Schlegel. Aber ihn störe das nicht: „Ich genieße diese Wahrnehmung, weil ich weiß, in einigen Tagen wird das vorbei sein.“

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