Raumfahrt
Shuttle-Panne hält „Columbus“ am Boden

Der Start des europäischen Weltraumlabors „Columbus“ ist vom Pech verfolgt: Die Nasa verschob den für Sonntagabend geplanten Abflug des Space-Shuttle „Atlantis„ mit der Forschungseinrichtung an Bord erneut, weil ein Sensor im Außentank der Raumfähre nicht richtig funktionierte.

dpa CAPE CANAVERAL. Der Start des europäischen Weltraumlabors „Columbus“ ist vom Pech verfolgt: Die Nasa verschob den für Sonntagabend geplanten Abflug des Space-Shuttle „Atlantis„ mit der Forschungseinrichtung an Bord erneut, weil ein Sensor im Außentank der Raumfähre nicht richtig funktionierte.

Das Versagen von gleich drei der vier „Tankuhren“ hatte bereits am Donnerstag den Abflug verhindert. Der Start soll nun frühestens am 2. Januar stattfinden. Ein konkreter Termin werde erst festgelegt, wenn die Reparaturempfehlungen eines Expertenteams vorlägen, teilten Nasa-Vertreter auf einer Pressekonferenz in Cape Canaveral (Florida) mit. Dies werde für Dienstag erwartet.

Zur Enttäuschung insbesondere der europäischen Wissenschaftler gelang es Nasa-Experten bislang nicht, den Grund für den Defekt zu finden. Die US-Weltraumbehörde hofft nun, das Problem bis zum nächsten Startversuch lösen zu können. Der nächste Termin soll nach Informationen aus europäischen Raumfahrtkreisen auf frühestens Mitte Januar festgesetzt werden.

Bis dahin muss auch der deutsche Astronaut Hans Schlegel auf seine Reise zur ISS warten. Er gehört zur siebenköpfigen Besatzung der „Atlantis“, die „Columbus“ zur ISS bringen soll.

Die erneute Startverschiebung hat nach Ansicht des Raumfahrtkonzerns EADS Astrium aber keine Auswirkungen auf den weiteren Betrieb des Weltraumlabors „Columbus“. Das europäische Raumfahrtprojekt sei „auf dem Weg, unsere Planungen laufen weiter“, sagte EADS-Sprecher Mathias Spude am Sonntagabend.

Nasa-Operationschef Bill Gerstenmaier räumte ein, dass die Verzögerung eine Enttäuschung sei. Es könne aber nicht von einem Rückschlag gesprochen werden. Trotz der Verzögerung gebe es noch genügend zeitliche Spielräume für die 14 Shuttle-Missionen, die bis zum Aus für die Raumfähren-Flotte im Jahr 2010 geplant seien.

Hauptaufgabe der auf elf Tage angesetzten „Atlantis“-Mission wird es sein, „Columbus“ an die ISS anzumontieren. Dazu sind mehrere Außeneinsätze vorgesehen. In dem 880 Mill. Euro teuren Labor sollen wissenschaftliche Untersuchungen in der Schwerelosigkeit unternommen werden, unter anderem auf dem Gebiet der Medizin, der Grundlagenphysik und der Materialforschung.

„Columbus“ wurde unter Beteiligung von zehn europäischen Ländern federführend bei Astrium in Bremen entwickelt und gebaut. Astrium- Techniker unterstützen die Kontrollzentren in Houston (Texas) und Oberpfaffenhofen bei München und beraten die Nasa bei möglichen Problemen.

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