Raumfahrt
Sojus-Kapsel dockt an Raumstation an

Eine russische Sojus-Rakete mit drei Astronauten an Bord hat erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Die Besatzung der Raumstation steigt mit der Ankunft der drei Männer vorübergehend auf sechs.
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MoskauNach mehr als zwei Flugtagen hat eine russische Sojus-Kapsel überpünktlich an die Internationale Raumstation ISS angedockt. Sie brachte zwei russische Kosmonauten und einen US-Astronaut zum Außenposten der Menschheit in rund 350 Kilometern Höhe. Damit hat die ISS für kurze Zeit wieder ihre Sollstärke von sechs Raumfahrern erreicht.

In den nächsten Monaten sind ein Außeneinsatz im All und viele Experimente an Bord geplant. Der Flug war wegen einer Pannenserie mit besonderer Spannung erwartet worden.

Die dreiköpfige Verstärkung sollte ursprünglich schon im September zur ISS reisen. Nach dem Absturz eines unbemannten Raumfrachters im August war der Flug aber verschoben worden. Russland ist nach dem Aus für die US-Shuttles das einzige Land, das bemannte Flüge zur ISS organisiert.

Die Sojus habe nach ihrem rund 49 stündigem Flug neun Minuten früher als geplant angedockt, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Nach Öffnung der Luken wurden Anton Schkaplerow, Anatoli Iwanischin und Daniel Burbank von der bisherigen Besatzung begrüßt.

Die Neuankömmlinge waren am Montag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet und sollen bis Mitte März 2012 auf der ISS bleiben. Dort halten der US-Amerikaner Mike Fossum sowie der Russe Sergej Wolkow und Satoshi Furukawa aus Japan seit 161 Tagen Wache. Sie sollen bereits am 22. November zur Erde zurückkehren.

Nach dem Andocken am ISS-Modul Poisk übernahm US-Astronaut Burbank formell das Kommando auf der ISS. Seine beiden russischen Kollegen sind zum ersten Mal im All. Die Crew soll in den nächsten Tagen auch versuchen, den erwarteten Absturz der fehlgeleiteten Marsmond-Sonde Phobos-Grunt zu berechnen.

Der Apparat mit 7,5 Tonnen Treibstoff und radioaktivem Kobalt an Bord kreist seit einer Woche um die Erde, nachdem das Zünden der Triebwerke versagt hatte. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat weiterhin keinen Funkkontakt zu der 120 Millionen Euro teuren Raumsonde und geht von einem Absturz Anfang Dezember aus.

Der nächste bemannte Flug zur ISS ist für den 21. Dezember von Baikonur aus geplant. Zuvor will Russland am 28. November drei Satelliten für sein Navigationssystem Glonass ins All schießen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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