Raumfahrt: Sojus-Raumschiff vor Rekordflug ins All

RaumfahrtSojus-Raumschiff vor Rekordflug ins All

Zwei Tages dauerte es bislang, Astronauten von der Erde zur Raumstation ISS zu bringen. Das Sojus-Raumschiff, das heute mit der neuen ISS-Besatzung startet, soll diese Strecke in knapp sechs Stunden schaffen.
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MoskauAuf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan bereitet sich die neue Besatzung für die Internationale Raumstation ISS auf einen Rekordflug ins All vor. Statt bislang etwa 48 Stunden sollen die Russen Pawel Winogradow und Alexander Missurkin sowie der US-Amerikaner Chris Cassidy in der Nacht zum Freitag nur knapp 6 Stunden unterwegs sein.

Der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, zeigte sich demonstrativ gelassen. „Wir haben den Ablauf wiederholt getestet und an unbemannten Transportern ausprobiert“, so Popowkin. Russland mit seinen Sojus-Raumschiffen ist nach dem Aus für die US-Spaceshuttles derzeit das einzige Land, das Menschen zu dem Außenposten in rund 410 Kilometern Höhe transportieren kann.

Möglich wird der Rekordflug, weil die ISS nach dem Ende der Spaceshuttle-Flüge im Jahr 2011 auf eine höhere Umlaufbahn gebracht werden konnte. Nach den Sicherheitsrichtlinien der Nasa durfte die Station nie höher als 350 Kilometer fliegen. Ihre jetzige Höhe eignet sich wesentlich  besser für einen direkten Anflug. Zudem verfügt die Sojus-Kapsel jetzt über einen digitalen Bordrechner, der eine automatische Bedienung des Raumschiffs erlaubt.

Von dem deutlich schnelleren Flug erhofft sich Roskosmos nicht nur weniger Belastung für die Raumfahrer. Auch niedrigere Kosten und Treibstoffmengen spielten eine wichtige Rolle bei der Festsetzung der neuen Flugbahn. Zudem könnten künftig auch verderblichere Lebensmittel oder Forschungsmaterialien zur ISS transportiert werden.

Mit den drei Raumfahrern der Sojus-Mission wird die Stationscrew wieder auf sechs Astronauten aufgestockt. Derzeit führt der Kanadier Chris Hadfield das Kommando auf der Raumstation, außerdem arbeiten dort derzeit US-Amerikaner Thomas Marshburn und der Russe Roman Romanenko.

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