Raumfahrt
Sonde „Phoenix“ auf Weg zum Mars

Erstmals soll eine Raumsonde am vereisten Nordpol des Mars nach Lebensspuren suchen. Die Nasa schickte am Samstag in Cape Canaveral (Florida) ihren Lander „Phoenix“ auf die etwa 675 Mill. Kilometer lange Reise zum Roten Planeten.

dpa WASHINGTON. Erstmals soll eine Raumsonde am vereisten Nordpol des Mars nach Lebensspuren suchen. Die Nasa schickte am Samstag in Cape Canaveral (Florida) ihren Lander „Phoenix“ auf die etwa 675 Mill. Kilometer lange Reise zum Roten Planeten.

Wenn nach dem Bilderbuchstart an Bord einer Delta-II-Trägerrakete weiter alles planmäßig verläuft, wird die Sonde am 25. Mai kommenden Jahres auf dem Mars landen. In den drei folgenden Monaten während des Marsfrühlings und -sommers soll sie dann mit ihrem 2,4 Meter langen Roboterarm im Permafrostboden graben. Das gesamte Forschungsprojekt kostet 420 Mill. Dollar (knapp 310 Mill. Euro).

Aber bis „Phoenix“ mit seiner Minibaggerschaufel zu „buddeln“ beginnen und Wassereis- sowie Bodenproben analysieren kann, heißt es bei der Nasa noch viel Daumendrücken. Die Landung auf dem rauen Mars- Terrain ist besonders riskant. Nur fünf von insgesamt 15 internationalen Versuchen glückten. Alle Erfolge konnte die Nasa verbuchen.

Der Weltraumbehörde zufolge wird „Phoenix“ unter anderem untersuchen, ob das Eis nahe der Marsoberfläche regelmäßig schmilzt. Damit würde es einen Lebensraum für Mikroorganismen geben. Bislang sei zudem unbekannt, ob der vereiste Boden an der Landestelle nur wenige Zentimeter oder möglicherweise mehr als einen halben Meter dick ist. Mit den Geräten der Sonde kann nach Nasa-Angaben organisches Material im Boden nachgewiesen werden. „Phoenix“ verfügt über einen eigenen Mini-Ofen, in dem Bodenproben erhitzt und dann auf ihre chemische Zusammensetzung analysiert werden sollen.

Die Sonde ist aber nicht nur auf der Suche von Spuren möglichen Lebens. Die Wissenschaftler erhoffen sich auch weitere Erkenntnisse über den Klimawandel - Aufklärung darüber, warum aus dem einst feuchten und warmen Mars ein kalter Planet mit vereisten Polarkappen wurde.

Ursprünglich sollte die Sonde schon 2001 im Rahmen des Mars- Surveyor-Programmes zum Einsatz kommen. Die Reise wurde dann aber gestrichen, nachdem 1999 der Mars-Polar-Lander in der Nähe des Südpols verloren gegangen war. Seitdem war „Phoenix“ in einem Raum des Rüstungs- und Technologiekonzerns Lockheed Martin aufbewahrt und technisch weiter aufgerüstet worden.

Der Name der Sonde ist vom mythischen Vogel Phoenix abgeleitet, der aus seiner Asche aufersteht.

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