Raumfahrt
Start der „Endeavour“ geglückt

Die US-Raumfähre „Endeavour“ ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Im sechsten Anlauf gelang es der Nasa endlich, ihr Raumschiff ins All zu bringen. Die Freude über den gelungenen Start war allerdings nicht ungetrübt.
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dpa WASHINGTON. Im sechsten Anlauf ist der Start der US-Raumfähre „Endeavour“ mit sieben Astronauten an Bord endlich geglückt. Das Shuttle hob am Mittwochabend (Donnerstagmorgen 0.03 Uhr MESZ) mit mehr als einmonatiger Verzögerung vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab.

Der Start in der beginnenden Dämmerung war besonders spektakulär: Viele Menschen verfolgten den Feuerschweif, während der Orbiter in den klaren Abendhimmel stieg. Die Raumfähre soll den letzten Teil des japanischen Weltraumlabors „Kibo“ zur Internationalen Weltraumstation (ISS) bringen.

Die Freude über den endlich gelungenen Flug ins All wurde allerdings getrübt: Wie Bilder der Kontrollkameras zeigten, lösten sich beim Start der Raumfähre ungefähr ein Dutzend Teile der Isolierung des Außentanks. Mindestens eins dieser Stücke hat nach Angaben eines Nasa-Sprechers das Shuttle getroffen und drei Einschläge auf dem Hitzeschild verursacht. Die Schäden seien jedoch nur oberflächlich, sagte Projektleiter William H. Gerstenmaier. „Wir gehen davon aus, dass sie kein Problem für uns darstellen.“ Dies werde von den Astronauten nach der Ankunft bei der Internationalen Raumstation ISS untersucht.

Der Start der „Endeavour“ musste zuvor fünfmal wegen technischer Probleme oder schlechten Wetters abgebrochen werden. Ursprünglich hätte die „Endeavour“ schon vor einem Monat am 13. Juni starten sollen. Ziel der Mission ist die Internationale Raumstation ISS, wo das Space Shuttle am Freitag eintreffen soll. Die Heimreise zur Erde soll der Orbiter nun am 28. Juli antreten und zwei Tage später landen.

In den vergangenen Tagen mussten drei Anläufe wegen Gewitters abgeblasen werden. Zweimal wurde der Start nur wenige Stunden vor dem Termin verschoben, weil sich dunkle Gewitterwolken bis auf wenige Kilometer genähert hatten. Bereits zuvor hatte ein Leck im Tank zu zwei Startabsagen geführt. Wäre auch der sechste Startversuch abgeblasen worden, hätte eine längere Verschiebung ins Auge gefasst werden müssen, weil demnächst auch ein russischer Raumtransporter zur ISS starten soll.

Die ständigen Startverschiebungen waren auch für den japanischen ISS-Bewohner Koichi Wakata zur Geduldsprobe geworden. Der 45-Jährige soll nun Ende Juli nach einem dreimonatigen Aufenthalt in der ISS mit der „Endeavour“ zur Erde zurückkehren. Seinen Platz in der Raumstation wird Flugingenieur Tim Kopra einnehmen.

Hauptaufgabe während der 16-tägigen „Endeavour“-Mssion ist, eine gut vier Tonnen schwere Logistikplattform an der Außenwand des japanischen Raumlabor Kibo anzubringen. Darauf sollen später Instrumente für Experimente im All installiert werden. „Eine Veranda im Weltall“, nennt die Nasa die Plattform. Dort sollen etwa eine Röntgenkamera sowie Instrumente zur Untersuchung von kosmischem Staub installiert werden. Insgesamt sind für die Astronauten fünf Außeneinsätze geplant.

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