Raumfahrt
Staubkapsel legt Bilderbuchlandung hin

Nach einem siebenjährigen Flug hat die Nasa-Sonde „Stardust“ erstmals in der Geschichte der Raumfahrt Staub von einem Kometen zur Erde zurückgebracht. Die Auswertung des Staubs wird knifflig und wird von einem ganzen Heer von Freiwilligen unterstützt. Die Mühe soll nicht umsonst sein.

HB PASADENA. Wie bei einer Bilderbuchlandung leuchtete die Landekapsel beim Eintritt in die Atmosphäre wie ein Feuerball am Nachthimmel, bevor sie - gebremst von Fallschirmen - auf den Boden prallte und drei Mal hüpfte. Die US-Weltraumbehörde reagierte überschwänglich. Der Direktor der Nasa-Zentrale in Pasadena (Kalifornien), Charles Elachi, sprach von einem „zweiten goldenen Zeitalter in der Planetenforschung“.

„Das ist einer jener Momente im Leben, die so fantastisch sind, dass man es gar nicht glauben kann“, sagte Ken Atkins, einer der Projektmanager, nach der Landung. „Stardust“ sei wie eine Zeitkapsel, die uns einen Blick zurück zu den Anfängen unseres Sonnensystems vor 4,5 Milliarden Jahren erlaube.

4,6 Milliarden Kilometer kreuzte „Stardust“ durch das Sonnensystem und umkreiste dabei drei Mal die Sonne. Während ihres Fluges sammelte die Sonde zuerst interstellaren Staub, der aus anderen Galaxien in unser Solarsystem gedriftet ist. Am 2. Januar vor zwei Jahren flog sie schließlich in einem riskanten Manöver - die Nasa hatte Angst vor einer Beschädigung der Außenhülle der Sonde - in nur 240 Kilometer Entfernung an dem Kometen Wild 2 vorbei. Aus dessen Staub- und Gasschleier gewann die Sonde jene Proben, auf die die Wissenschaft so ungeduldig gewartet hat. Der Komet wurde 1978 von dem Schweizer Paul Wild entdeckt und sieht wie eine angebissene und pockennarbige Kartoffel aus.

Der fünf mal zehn Kilometer große Schweifstern sei wie eine kosmische Bibliothek, in der die Entstehung unseres Sonnensystems aufgezeichnet wurde, sagt Nasa-Forschungsleiter Don Brownlee. Die aus Eis und Gestein geformten Kometen sind für Brownlee so faszinierend, weil sie am äußersten Rand unseres Sonnensystems entstanden sind und „am besten das Ursprungsmaterial bewahrt haben, aus dem eigentlich die Sonne, die Erde, die Planeten und wir selbst gemacht wurden“. Die wichtigste Frage sei deshalb: „Was ist das für ein Material?“

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