Raumfahrt
Super-Ariane bringt Rekordlast ins All

Die leistungsstärkste europäische Ariane-Rakete hat ihre „Mission erfüllt“ und erstmals eine Nutzlast von über acht Tonnen in den Weltraum gebracht.

dpa KOUROU. Die leistungsstärkste europäische Ariane-Rakete hat ihre „Mission erfüllt“ und erstmals eine Nutzlast von über acht Tonnen in den Weltraum gebracht. Nach einem Bilderbuchstart vom Raketenzentrum Kourou in Französisch-Guyana hat die Ariane-5 ECA am Donnerstagmorgen zwei Satelliten in den Weltraum transportiert.

Rund eine halbe Stunde später setzte sie einen Fernmelde- und einen Fernsehsatelliten in Umlaufbahnen aus. Das teilte die Betreibergesellschaft Arianespace in Kourou und Evry bei Paris mit. Unterdessen wies die EADS Space Transportation darauf hin, dass für die dringend nötige Weiterentwicklung der Ariane 5-Trägerrakete in Europa 200 Mill. Euro jährlich fehlen.

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac äußerte sich „sehr zufrieden“ über die Ariane-Mission. Dieser Erfolg sei „das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen der Länder Europas, die unter Leitung der europäischen Weltraumbehörde Esa eine unabhängige Weltraumpolitik Europas ermöglichen“, sagte der Präsident.

Die Rakete fünf ECA ist eine Weiterentwicklung der klassischen Ariane-5, die bis zu sechs Tonnen Fracht in den Weltraum bringen kann. Allein der Satellit „Spaceway 2“ brachte beim Start am Donnerstag 6,1 Tonnen auf die Waage. Er soll dem US-Sender Directtv für Live-Übertragungen im hochauflösenden Fernsehen dienen. Daneben hatte die Ariane-5 ECA den indonesischen Fernmeldesatelliten „Telkom 2“ an Bord.

Mit dem Erfolg des dritten Einsatzes hat Arianespace einen großen Schritt getan, sich als führender Anbieter im Wettbewerb der Raumfahrtgesellschaften zu behaupten. Der Jungfernflug der Ariane-5 ECA im Dezember 2002 war gescheitert: Wegen Kühlungsproblemen am Haupttriebwerk musste die Rakete kurz nach dem Start gesprengt werden. Erst im Februar 2005 wagte Arianespace den zweiten Versuch, der erfolgreich verlief. Der dritte Start war zunächst für den 24. Juni geplant gewesen, wurde jedoch wegen Problemen an einem Satelliten sowie an der Bodenstation mehrfach verschoben.

Für die dringend nötige Weiterentwicklung der Ariane 5- Trägerrakete fehlen in Europa nach Angaben von EADS Space Transportation 200 Mill. Euro jährlich. 50 Mill. Euro müsste Deutschland beisteuern, 90 Mill. Euro Frankreich, sagte der Präsident des Unternehmens, Evert Dudok, am Donnerstag in Bremen. Der Rest entfalle auf kleinere Partner. „Wenn wir nicht neue Gelder investieren, werden wir die Entwicklung beenden müssen.“ Damit müsste später auch die Produktion beendet werden.

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