Raumfahrt
US-Shuttle „Atlantis“ ist gelandet

Die Raumfähre „Atlantis“ mit dem deutschen Astronauten Hans Schlegel und seinen sechs amerikanischen Kollegen ist am Mittwoch sicher in Cape Canaveral gelandet.

HB WASHINGTON. Jubel und Erleichterung am Mittwoch um 15.07 Uhr im „Columbus“-Kontrollzentrum im bayerischen Oberpfaffenhofen: Mit großem Applaus begleiteten die Wissenschaftler die Fernseh-Liveübertragung von der präzisen Landung der US-Raumfähre „Atlantis“. „Alles hat bestens funktioniert“, sagte der Raumfahrtvorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Thomas Reiter, als das Shuttle auf der Landebahn zum Stehen kam.

Zur Mannschaft an Bord gehörte auch der Deutsche Hans Schlegel. Die Crew hatte das europäische Weltraumlabor Columbus zur Internationalen Raumstation ISS gebracht, angedockt und erste Experimente gestartet. Mit der Rückkehr ist die laut DLR bisher größte europäische Mission der bemannten Raumfahrt erfolgreich abgeschlossen.

Zu den ersten Gratulanten zählte Bundespräsident Horst Köhler. Nach Angaben des Bundespräsidialamts übersandte er an Hans Schlegel einen Brief. Darin hob er die enge Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Weltraumbehörde ESA und der amerikanischen NASA sowie den Einsatz des Deutschen hervor.

„Ihnen und Ihren Lieben wünsche ich für die vor Ihnen liegende gemeinsame Zeit Glück, Gesundheit, schöne und Schwere-lose Tage“, schrieb Köhler. Das Kontrollzentrum Oberpfaffenhofen koordiniert das gesamte wissenschaftliche Programm aus Forschungszentren in ganz Europa. Die Wissenschaftler steuern auch die technischen Systeme des Labors von der Heizung bis zur Luft- und Wasserversorgung. Rund um die Uhr hält das „Columbus“-Kontrollzentrum über Funk und Video Kontakt zu den Astronauten.

Raumfahrtvorstand Reiter sagte: „Wir sind sehr stolz.“ Die Astronauten, aber auch die Ingenieure und Wissenschaftler hatten sich jahrelang vorbereitet und an dem Projekt gearbeitet. Erleichtert zeigte sich nach der Landung auch der Chef des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums in Oberpfaffenhofen, Klaus Wittmann. „Ich bin immer nervös bei Start und Landung. Es sind die gefährlichsten Phasen eines Raumfluges“, sagte Wittmann.

„Columbus“ ist der wichtigste Beitrag Europas zur Internationalen Raumstation ISS. In dem zu großen Teilen bei EADS in Bremen gebauten und 880 Millionen Euro teuren Labor sollen über mehrere Jahre Untersuchungen in der Schwerelosigkeit vorgenommen werden. Zu den ersten Projekten zählt ein Versuch zum Verhalten von Flüssigkeiten in Schwerelosigkeit.

Damit soll auch das Verhalten des flüssigen Erdinneren simuliert werden. Außerdem sollen Mikroorganismen, Zellen, Gewebekulturen, Pflanzen und sogar Insekten untersucht werden. Auch die Astronauten spielen Versuchskaninchen. An ihnen sollen die Auswirkungen längerer Schwerelosigkeit getestet werden.

Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse über das Altern, den Gleichgewichtssinn, Knochen- und Muskelschwund sowie Veränderungen des Immunsystems. „Die Crew der Atlantis und die Stammbesatzung der Internationalen Raumstation ISS haben mit ihrer Arbeit Europa einen festen Platz auf der ISS gesichert“, sagte der DLR-Vorstandsvorsitzende Johann- Dietrich Wörner laut Mitteilung.

Im ersten Jahr sind von deutscher Seite 19 medizinische Experimente geplant. Deutschland ist mit rund 40 Prozent am „Columbus“-Projekt beteiligt.

» Fotostrecke: Atlantis-Mission 2008

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