Raumfahrt: Warum Pluto uns so fasziniert

Raumfahrt
Warum Pluto uns so fasziniert

Die Nasa sorgt gerade mit ihrer Curiosity-Mission für Wirbel. Doch während der Marsrover friedlich seine Proben nimmt, könnte eine zweite Mission Antworten auf noch größere Fragen bringen: die zum Zwergplaneten Pluto.
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DüsseldorfDas Bild sieht ein bisschen aus wie moderne Kunst. Zwei rot-gelbe Punkte auf pechschwarzem Grund. Ein größerer unten links in der Ecke, ein kleinerer oben rechts. Das beschriebene Foto ist die beste Aufnahme, die bisher vom Zwergplaneten Pluto und seinem Mond Charon existiert. Gelungen ist sie im vergangenen September amerikanischen Astronomen mit dem Gemini-Nord-Teleskop, das auf der hawaiianischen Vulkaninsel Mauna Kea stationiert ist.

Die für den Laien spärlich wirkende Gemini-Aufnahme wurde mit Begeisterung in der Forschung aufgenommen. Jede Information aus den Pluto-Gefilden weit draußen am äußeren Rand unseres Sonnensystems wird regelrecht aufgesaugt, denn nur wenig ist über die Himmelskörper dort bekannt. Doch das soll sich in den kommenden Jahren ändern.

Derzeit ist die Nasa-Mission „New Horizons“ auf dem Weg in Richtung Pluto, um den Zwergplaneten genauer unter die Lupe zu nehmen. Pluto und Charon, die auf der Gemini-Aufnahme zu sehen sind, sowie weitere vier Pluto-Monde gehören zu tausenden Himmelskörpern, über die die Forschung bisher so gut wie nichts weiß.

„Die sogenannten TNO, also transneptunische Objekte, befinden sich am Rande unseres Sonnensystems“, erklärt Miriam Rengel, Astrophysikerin am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Konkret bedeutet das: Pluto liegt richtig weit weg, er ist 40mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Schaut man vom Zwergplaneten aus auf die Sonne, dürfte die Hauptenergiequelle der Erde nur noch wie ein heller Stern aussehen. Und während die Erde nur ein Jahr benötigt, um die Sonne zu umrunden, braucht Pluto 248 Jahre.

Dieser entfernte Teil des Sonnensystems interessiert Miriam Rengel besonders. Seit Jahren erforscht die Astrophysikerin die transneptunischen Himmelskörper. „Was wir dort untersuchen, sind die ursprünglichsten Objekte unseres Sonnensystems, außerhalb der Umlaufbahn von Neptun“, erklärt sie.

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  • „Und so stößt die Menschheit immer weiter in das All vor.“
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    Soviel ich weiß, hat noch keine von Menschenhand gebaute Raumsonde das Sonnensystem verlassen und ist in den interstellaren Raum vorgedrungen. Voyager 1, die am weitesten von der Erde entfernte Sonde, hatte Ende 2004 die Grenze unseres Sonnensystems erreicht und ist seitdem in der Heliohülle unterwegs.
    Voyager 1 wird um 2015 die Heliosphäre, also den Einflussbereich des Sonnenwindes, endgültig verlassen.
    Sie passiert dann die Heliopause, also den Grenzbereich, an dem der Sonnenwind aufhört und wo das interstellare Medium zu herrschen beginnt.
    In etwa 40.000 Jahren wird Voyager 1 den Stern AC+79 3888 (Sternbild Giraffe) passieren, in etwa 296.000 Jahren den Sirius.
    Voyager 1 und die Schwestersonde Voyager 2 waren 1977 im Abstand von 16 Tagen gestartet worden.

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