Raumsonde Cassini Saturn-Forschung bis zur letzten Sekunde

20 Jahre nach ihrem Start steht die Nasa-Sonde Cassini bald vor ihrer letzten Mission bevor: dem Sturz in den Planeten Saturn. Auch von diesem letzten „Höllenritt“ der Sonde erhoffen sich Forscher noch neue Erkenntnisse.
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Bis zu ihrer letzten Sekunde soll die Sonde Daten zur Erde funken. Quelle: dpa
Raumsonde Cassini

Bis zu ihrer letzten Sekunde soll die Sonde Daten zur Erde funken.

(Foto: dpa)

PasadenaVor ihrem finalen Absturz in den Saturn soll die Nasa-Raumsonde Cassini noch einige spektakuläre Daten sammeln. In den verbleibenden zweieinhalb Wochen soll sie unter anderem noch Aufnahmen von der leuchtenden Saturn-Aurora machen, teilte die Nasa mit. Auch über die Temperatur und die Wirbel an den Polen des Gasplaneten erhoffen sich die Forscher neue Informationen.

Die Kamera der Raumsonde wird bereits am 14. September, einen Tag vor dem gesteuerten Absturz, abgestellt. Wenn Cassini dann schließlich endgültig in die Atmosphäre abtaucht, sollen via Radiowellen noch Daten über die Zusammensetzung der Saturn-Atmosphäre zur Erde gelangen – solange, bis nach höchstens zwei Minuten der Kontakt abbricht.

Nur ein kleiner Fleck im All
Cassini snaps photo of the Earth
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Dieser Schnappschuss von Erde und Mond (Pfeil) ist der Raumsonde Cassini geglückt. Die eigentlich zur Erkundung des Planeten Saturn ausgeschickte Sonde befand sich zum Zeitpunkt der Aufnahme rund 1,4 Milliarden Kilometer von unserem Heimatplaneten entfernt.

Möglich wurde der Schnappschuss, weil die Sonne zum Zeitpunkt der Aufnahme hinter dem Planeten stand, dessen Rand man oben links erkennt, zusammen mit einem Teil seines bekannten Ringsystems. Bei einer anderen Sonnenposition wären Erde und Mond durch das Licht unseres Zentralgestirns überstrahlt worden.

Cassini snaps photo of the Earth
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Auf diesem ebenfalls von Cassini gemachten Bild sind die Erde als strahlend heller Fleck und der Mond als Punkt links unter ihr zu erkennen. Cassini war im Juli 2004 nach einer siebenjährigen Reise über 3,5 Milliarden Kilometer in eine Umlaufbahn um den Saturn eingeschwenkt.

Die Raumsonde, ein Gemeinschaftsprojekt von Nasa und der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa, ist keineswegs das erste Raumschiff, das unseren Heimatplaneten aus großer Distanz ablichtete. Die folgende Auswahl präsentiert einige interessante Ansichten des blauen Planeten aus dem All.

Erde aus dem All
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Dieses 1972 von Astronauten der Nasa-Mondmission Apollo 17 gemachte Bild ist ein echter Klassiker. Als "Blue Marble" - so der Titel des Fotos - präsentierte sich die Erde den Raumfahrern aus einer Distanz von 45.000 Kilometern.

Erde aus dem All
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Neil Armstrong und Buzz Aldrin waren nicht nur die beiden ersten Menschen auf dem Mond, sie konnten auch als erste Betrachter diesen Anblick genießen: Die Erde geht über dem Mondhorizont auf. Klar, dass sie von diesem Ereignis ein Foto zur Erde funkten.

Erde aus dem All
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Erde und Mond auf einem Bild vereint - was uns heute alltäglich erscheint, war in den frühen Tagen der Raumsonde Voyager 1 eine Sensation. Am 18. September 1977 funkte die Sonde diesen Schnappschuss aus gut 11 Millionen Kilometern zur Erde, um sich dann auf ihre weite Reise durch das Sonnensystem zu machen.

Erde aus dem All
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Ein gutes Stück näher war die Sonde Galileo, als sie auf ihrem Weg zum Jupiter einen Blick zurück auf Erde und Mond warf. Doch nicht nur die geringere Distanz zwischen Kamera und Motiv - "nur" rund 6 Millionen Kilometer - sorgte für eine höhere Bildqualität im Vergleich zum Voyager-Bild, auch die Technik war ein gehöriges Stück weiter - das Galileo-Bild entstand 1992.

Erde von der Marsoberfläche aus gesehen
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Zugegeben, besonders eindrucksvoll wirkt die Erde auf diesem Bild nicht gerade. Und doch hat diese Aufnahme aus dem Jahr 2004 großen historischen Wert: Erstmals wurde unser Heimatplanet von der Oberfläche eines anderen Planeten aus fotografiert. Den kleinen Lichtpunkt am Himmel über dem Planeten Mars fing die Kamera des Nasa-Rovers Spirit ein. Zum Zeitpunkt der Aufnahme betrug die Entfernung zwischen beiden Planeten rund 65 Millionen Kilometer.

„Die Cassini-Mission war vollgepackt mit wissenschaftlichen Premieren“, so Linda Spilker vom Nasa Jet Propulsion Laboratory in Pasadena. „Und unsere einzigartigen Planetenenthüllungen werden weitergehen bis zum Ende der Mission, wenn Cassini bis zur letzten Sekunde Saturns Atmosphäre aufnimmt.“

Die letzte Runde ihrer spektakulären Tauchgänge durch die Saturnringe hatte die Sonde im April begonnen. Davon hatte sie faszinierende Aufnahmen vom Ringplaneten und seinen Monden gemacht.

Cassini war 1997 gestartet und 2004 in der Umlaufbahn des Planeten angekommen. Dort untersuchte sie unter anderem in mehreren Vorbeiflügen den Mond Enceladus und seinen Eispanzer. Tausende Mitarbeiter aus 17 Ländern sind an der milliardenteuren Mission beteiligt.

  • dpa
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