Raumsonde Dawn Besuch beim 950-Kilometer-Zwerg

Mit 950 Kilometer Durchmesser ist der Zwergplanet Ceres der größte Brocken im Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Jetzt erhält er Besuch von der Erde – auch mit Hilfe deutscher Technik.
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2007 startete Dawn zu ihrer langen Reise durchs All, jetzt ist sie im Anflug auf ihr Ziel, den Zwergplaneten Ceres. Quelle: dpa
Raumsonde Dawn

2007 startete Dawn zu ihrer langen Reise durchs All, jetzt ist sie im Anflug auf ihr Ziel, den Zwergplaneten Ceres.

(Foto: dpa)

WashingtonRaumsonde kurz vor dem Ziel: Die auch mit deutscher Technik ausgestattete Nasa-Sonde Dawn befindet sich im Zielanflug auf den Zwergplaneten Ceres. „Das Raumschiff ist in ausgezeichnetem Zustand und die Annäherung lief bisher fehlerlos“, sagte Nasa-Manager Robert Mase am Montag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Kommenden Freitag soll Dawn als erster Flugkörper überhaupt in eine Umlaufbahn um einen Zwergplaneten im Asteroidengürtel einschwenken.

Die Ankunft dürfte allerdings unspektakulär verlaufen. „Es wird nichts zu sehen geben“, so Mase. Das liege daran, dass Dawn sich zu diesem Zeitpunkt auf der der Erde abgewandten Seite von Ceres befinden und keine Funkkommunikation bestehe. Das erlösende Signal, dass Dawn die vorgesehene Umlaufbahn mehr als 500 Millionen Kilometer entfernt von der Erde sicher erreicht hat, erwarten die Nasa-Wissenschaftler für den Freitagabend.

Die zwei Gesichter der Vesta
Asteroid Vesta
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Der Asteroid Vesta hat auf ersten hochaufgelösten Bildern des Nasa-Satelliten Dawn zwei Gesichter offenbart. Während die Nordhalbkugel des gut 500 Kilometer großen Himmelskörpers mit unzähligen Einschlagkrater übersäht ist...

Dawn Vesta
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...präsentiert sich die Südhalbkugel weniger stark vernarbt. Dafür entdeckten Wissenschaftler Hinweise auf einen gewaltigen Einschlag, der einst einen riesigen Krater in die gesamte Südhalbkugel gerissen haben könnte.

Asteroid Mission
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Zu den Indizien für diesen Monstercrash zählen die auffälligen, parallel verlaufenden Riefen in der Äquatorregion (hier links im Bild). Diese markanten Linien, die Dawn wie alle Bilder dieser Serie aus etwa 5200 Kilometer Entfernung fotografierte, sind jeweils etwa zehn Kilometer breit.

Handout photo of craters on the asteroid Vesta taken by NASA's Dawn spacecraft
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Diese markante Gruppe aus drei Kratern tauften Nasa-Wissenschaftler „Snowman“ (Schneemann). Sie befindet sich auf Vestas Nordhalbkugel.

Asteroid Vesta
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Vesta befindet sich im sogenannten Asteroiden-Gürtel in einer Entfernung von etwa 184 Millionen Kilometern von der Erde. Der Asteroid gilt als verbliebener Protoplanet aus der frühen Phase des Sonnensystems vor etwa 4,5 Milliarden Jahren.

Asteroid Mission
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Dawns Kamerasystem soll erstmals Informationen über die mineralogische Zusammensetzung und die Beschaffenheit der Oberfläche Vestas liefern. Am 11. August wird sich die Sonde deshalb noch näher an den Asteroiden schieben. Ein Jahr lang wird sie Vesta dann aus 2700 Kilometer Entfernung untersuchen. Danach ist der Weiterflug zum Zwergplaneten Ceres geplant.

Danach müssen die Forscher allerdings zunächst eine Durststrecke durchlaufen: Dawn kreist zuerst auf der dunklen Seite von Ceres und kann deshalb keine Fotos machen. „Erst Mitte April beginnt dann unsere wissenschaftliche Phase und dann werden sich die Schleusentore öffnen“, sagte Mase. Bis Juni 2016, je nach Treibstoff-Situation sogar noch einige Monate länger soll die nur 1,60 Meter lange und 747 Kilogramm schwere Raumsonde den Zwergplaneten erkunden und sich ihm in vier Phasen bis auf 375 Kilometer nähern.

„Das ist eine sehr aufregende Woche für uns“, sagte Charles Elachi, der Direktor des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa im kalifornischen Pasadena. Schon aus dem Anflug heraus hatte Dawn den Forschern einige Überraschungen offenbart. Besonders die auf den Fotos in nie dagewesener Schärfe erkennbaren hellen Flecken faszinieren und verblüffen die Wissenschaftler.

„Diese Eigenheit hat unser Team sehr begeistert, denn sie ist einzigartig im Sonnensystem“, sagte die Nasa-Wissenschaftlerin Carol Raymond. „Wir werden herausfinden, um was es sich da genau handelt. Das Rätsel wird gelöst werden.“ Möglicherweise könne es sich um freigelegtes Eis handeln, das Licht reflektiere, sagte Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Ganz ehrlich: Ceres ist viel spannender als ich gedacht habe.“

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