Raumsonde Dawn: Besuch beim 950-Kilometer-Zwerg

Raumsonde Dawn
Besuch beim 950-Kilometer-Zwerg

Mit 950 Kilometer Durchmesser ist der Zwergplanet Ceres der größte Brocken im Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Jetzt erhält er Besuch von der Erde – auch mit Hilfe deutscher Technik.
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WashingtonRaumsonde kurz vor dem Ziel: Die auch mit deutscher Technik ausgestattete Nasa-Sonde Dawn befindet sich im Zielanflug auf den Zwergplaneten Ceres. „Das Raumschiff ist in ausgezeichnetem Zustand und die Annäherung lief bisher fehlerlos“, sagte Nasa-Manager Robert Mase am Montag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Kommenden Freitag soll Dawn als erster Flugkörper überhaupt in eine Umlaufbahn um einen Zwergplaneten im Asteroidengürtel einschwenken.

Die Ankunft dürfte allerdings unspektakulär verlaufen. „Es wird nichts zu sehen geben“, so Mase. Das liege daran, dass Dawn sich zu diesem Zeitpunkt auf der der Erde abgewandten Seite von Ceres befinden und keine Funkkommunikation bestehe. Das erlösende Signal, dass Dawn die vorgesehene Umlaufbahn mehr als 500 Millionen Kilometer entfernt von der Erde sicher erreicht hat, erwarten die Nasa-Wissenschaftler für den Freitagabend.

Danach müssen die Forscher allerdings zunächst eine Durststrecke durchlaufen: Dawn kreist zuerst auf der dunklen Seite von Ceres und kann deshalb keine Fotos machen. „Erst Mitte April beginnt dann unsere wissenschaftliche Phase und dann werden sich die Schleusentore öffnen“, sagte Mase. Bis Juni 2016, je nach Treibstoff-Situation sogar noch einige Monate länger soll die nur 1,60 Meter lange und 747 Kilogramm schwere Raumsonde den Zwergplaneten erkunden und sich ihm in vier Phasen bis auf 375 Kilometer nähern.

„Das ist eine sehr aufregende Woche für uns“, sagte Charles Elachi, der Direktor des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa im kalifornischen Pasadena. Schon aus dem Anflug heraus hatte Dawn den Forschern einige Überraschungen offenbart. Besonders die auf den Fotos in nie dagewesener Schärfe erkennbaren hellen Flecken faszinieren und verblüffen die Wissenschaftler.

„Diese Eigenheit hat unser Team sehr begeistert, denn sie ist einzigartig im Sonnensystem“, sagte die Nasa-Wissenschaftlerin Carol Raymond. „Wir werden herausfinden, um was es sich da genau handelt. Das Rätsel wird gelöst werden.“ Möglicherweise könne es sich um freigelegtes Eis handeln, das Licht reflektiere, sagte Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. „Ganz ehrlich: Ceres ist viel spannender als ich gedacht habe.“

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