Raumsonde „Odyssey“
Rekordhalter im Orbit des Roten Planeten

Sie fotografiert, hilft Kollegen Daten zu funken und untersuchte den Mars für eine bemannte Mission: "Odyssey" umkreist den Planeten seit mehr als neun Jahren - Rekord.
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HAMBURG, Ihr Name ist eine Hommage an einen der einflussreichsten Science-Fiction-Filme überhaupt - "2001 Space Odyssey". Stanley Kubrick verfilmte seine Vision von der Erforschung des Weltraums Ende der sechziger Jahre. Der gleichnamige Roman von Arthur C. Clarke war ein Bestseller. Nun wird die danach benannte Marssonde dem Lobgesang, den ihre Erbauer ihr bereits in die Wiege gelegt haben, auf eindrucksvolle Weise gerecht.

Seit mehr als 3340 Tagen, also etwas länger als neun Jahre, umrundet Odyssey den Roten Planeten. Vergangene Nacht um 02.55 Uhr stellte sie damit einen neuen Rekord auf. Die Raumsonde ist damit das Flugobjekt mit der längsten Dienstzeit im Marsorbit. Ihre Vorgängerin Global Surveyor hielt die bisherige Bestmarke. Sie umkreiste von 1997 an den Mars, bis 2006 der Kontakt abbrach.

Mit der Langlebigkeit von Odyssey hatten die Forscher der US-Weltraumbehörde Nasa nicht gerechnet. Als sie die Sonde 2001 ins All schickten, gaben sie ihr drei Jahre. Seither funkte die Überlebenskünstlerin unzählige Aufnahmen der Marsoberfläche zur Erde. Daraus bastelten Wissenschaftler die bis heute detailliertesten Landkarten des Roten Planeten. Rund ein Jahr schwirrte Odyssey um den Mars, bis die Sonde ihre größte Entdeckung machte: 2002 spürte sie in den höheren Breitengraden des Planeten Wasserstoff auf, verborgen unter der staubigen Oberfläche.

Daraufhin schoss die Nasa ihren Phoenix Mars Lander los, der 2008 die Indizien von Odyssey in eindeutige Belege verwandelte. Phoenix bestätigte, dass Wassereis auf dem Roten Planeten vorkommt. Eine kleine Sensation.

Außer Odyssey hat die Nasa mittlerweile fast eine Großfamilie von Sonden zum Mars geschickt. Angefangen von den Viking-Missionen, als zwei Fluggeräte 1976 erstmals im roten Sand landeten, entsandten Forscher mehr als ein Dutzend weiterer Lander, Orbiter und Rover zum Mars. Einige gingen zu Bruch noch ehe sie ihre Arbeit aufnehmen konnten, andere erreichten ihr Ziel niemals. Zählt man noch die Marsprojekte der ehemaligen Sowjetunion und später Europas hinzu, summieren sich die Missionen seit 1960 auf rund 40. Die Hälfte der Gerätschaften allerdings zerschellte, kam gar nicht erst in die Nähe des Roten Planeten oder versagte sofort ihren Dienst.

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