Raumsonde untersucht Asteroiden
Bilder aus 360 Millionen Kilometer Entfernung

Geglücktes Manöver im All: Die europäische Raumsonde Rosetta lieferte aufregende Bilder des Asteroiden 2867, auch Steins genannt. Das mehr als 300 Millionen Kilometer entfernte Objekt ist allerdings nicht das Hauptziel des Projekts.

HB DARMSTADT. In 360 Mill. Kilometer Entfernung von der Erde hat die Sonde Rosetta am Freitagabend wie geplant Fotos des Asteroiden Steins aufgenommen. Aufgrund der großen Entfernung benötigten die Funksignale etwa 20 Minuten bis zur Erde. Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA präsentierten die Bilder am Samstag im Raumfahrtkontrollzentrum Darmstadt. Darauf zeigt sich der Asteroid als unregelmäßig geformter, grauer Gesteinsbrocken von etwa vier mal 5,9 Kilometer Durchmesser. Auf seiner Oberfläche sind 23 Krater zu erkennen, der größte misst etwa zwei Kilometer Durchmesser. Astronomen versprechen sich von den Ergebnissen des ambitionierten und fast eine Milliarde Euro teuren "Rosetta"-Projekts Aufschlüsse über die Frühphase des Sonnensystems und die Entstehung von Planeten.

Die aus 800 Kilometer Entfernung aufgenommenen Aufnahmen sind nur ein Nebenprodukt des "Rosetta"-Projekts. Ziel der im März 2004 gestarteten Sonde ist der Komet Tschurmujow-Gerasimenko. Auf ihm soll Rosetta 2014 ein Landegerät absetzen, das umfangreiche Analysen des Kometenkerns liefern soll. Vorgesehen ist, dass "Rosetta" selbst den Kometen noch eineinhalb Jahre lang umkreist. Die Erkenntnisse des Projekts sollen unter anderem zur Klärung der Frage beitragen, inwieweit Kometen am Entstehen von Leben auf der Erde beteiligt waren.

Auf ihrer langen Reise soll "Rosetta" im Juli 2010 an einem weiteren Asteroiden, Lutetia, vorbeifliegen und Fotos davon aufnehmen. Lutetia ist allerdings mit 95 Kilometern Durchmesser sehr viel größer als Steins. Asteroiden sind auch deshalb interessant für die Wissenschaft, weil sie der Erde gefährlich werden können, wenn sie ihr zu nahe kommen. Etwa 800 dieser Gesteinsmassen befinden sich nach derzeitigen Schätzungen in kritischen Umlaufbahnen, sagte Programmdirektor Gale Winters, möglicherweise auch sehr viel mehr. Bei der ESA bereite man ein Programm vor, alle Asteroiden zu erfassen, die auf Kollisionskurs gelangen könnten. Zuletzt habe es 1908 einen katastrophalen Eintritt eines Asteroiden in die Atmosphäre über Sibirien gegeben, das sogenannte Tunguska-Ereignis. Der auf 15 bis 18 Meter geschätzte Himmelskörper habe dabei eine Sprengkraft von zehn bis 15 Megatonnen entfaltet, eine Kraft, die einer kleinen Atombombe vergleichbar sei, sagte Winters.

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