Raumstation auf dem Mond geplant
Bush will bemannte Mission zum Mars

US-Präsident Bush will der amerikanischen Raumfahrt neuen Schwung verleihen und Menschen auf den Mond schicken. Von dort soll es weitergehen zum Mars.

HB WASHINGTON. US-Präsident George W. Bush will eine Siedlung oder feste Station auf dem Mond schaffen, um dann als nächsten Schritt Amerikaner zum Mars zu schicken. Einen entsprechenden Langzeitplan werde der Präsident am Mittwoch kommender Woche verkünden. Das berichten US-Medien unter Berufung auf verschiedene Regierungsbeamte. Nach Bushs Vorstellungen solle unverzüglich mit entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten begonnen werden, heißt es weiter. Zum letzten Mal hatte 1972 ein Mensch den Mond betreten. Ein Sprecher des Präsidenten bestätigte, dass Bush eine Rede zum Raumfahrtprogramm halten werde.

Die ehrgeizigen Ziele sollen offenbar neuen Schwung in das amerikanische Raumfahrtprogramm bringen, das zuletzt unter einer ganzen Reihe von Rückschlägen gelitten hat. In besonders schlechter Erinnerung ist die Explosion des Space Shuttle "Columbia" im vergangenen Jahr beim Wiedereintritt in die Erdathmosphäre. Danach hatte die Untersuchungskommission eine neue Zielsetzung für die US-Raumfahrt gefordert. Ihr mangele es seit 30 Jahren an einer klaren Vision.

Im beginnenden US-Präsidentschaftswahlkampf könnte ein prestigeträchtiges Zukunftsthema zusätzliche Punkte einbringen.

Eine Rückkehr der Menschen zum Mond könnte einen bemannten Flug zum Mars vorbereiten. Das sagte der Direktor für Raumfahrtprojekte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Klaus Berge, am Freitag in einem dpa-Gespräch. „Die Amerikaner haben diese Vision. Und wenn man zum Mars will, wäre ein Zwischenstopp auf dem Mond wünschenswert“. So ließe sich die allein wegen des Treibstoffbedarfs immensgroße Marsrakete auf dem Erdtrabanten leichter bauen und starten.

Der Mond besitzt nur rund ein Neuntel der Schwerkraft der Erde. „Eine bemannte Mission zum Mars ist eine kulturelle Frage“, betonte Berge, keine wissenschaftliche. „Wenn der Mensch ins All aufbrechen will, muss er irgendwann über den Mond hinaus.“

Das einzige wissenschaftliche Motiv für eine Rückkehr zum Mond sieht Berge in der Errichtung eines astronomischen Observatoriums auf der Mondrückseite, das langfristig das Hubble-Teleskop ablösen könnte. „Vom Mond hat man wegen der fehlenden Atmosphäre eine ganz andere Sicht als von der Erde“, betonte Berge.

Andere wissenschaftliche Gründe für einen erneuten bemannten Flug zum Erdtrabanten sieht Berge nicht. „In den 60er Jahren hatten die Amerikaner noch weitere bemannte Mondmissionen geplant. Das Programm wurde abgebrochen, weil kein weiterer Forschungsbedarf bestand.

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