Raumstation
Endspurt beim ISS-Ausbau

Die Nasa setzt zum Endspurt an. Am 8. Juni soll endlich die Raumfähre Atlantis zur Internationalen Raumstation ISS starten – mit knapp einem halben Jahr Verspätung. Das Shuttle hat weitere Teile für den Ausbau der ISS an Bord. Die Zeit für die Fertigstellung der Raumstation wird knapp.

HAMBURG. Spätestens 2010, so hat US-Präsident George W. Bush angeordnet, soll die in die Jahre gekommene, außerordentlich kostspielige amerikanische Raumtransporter-Flotte (Atlantis, Discovery und Endeavor) endgültig aus dem Verkehr gezogen werden. Bis dahin muss der Ausbau der Raumstation ISS abgeschlossen sein.

Ende Februar hatte ein Unwetter, das die Meteorologen so nicht vorausgesehen hatten, den Start von Atlantis vereitelt. Golfballgroße Hagelkörner prasselten auf den Raumtransporter, der auf der Startrampe auf seinen Abflug wartete. Die Hartschaum-Isolierung des großen, mit tiefgekühlten Flüssigwasserstoff und Flüssigsauerstoff gefüllten Außentanks wurden schwer beschädigt. Als das Unwetter abgezogen war, zählten die entsetzten Nasa-Ingenieure nicht weniger als 2 600 Einschläge.

Die Schäden waren so erheblich, dass die Raumfahrt-Behörde zeitweilig erwog, den Außentank abzubauen und durch den Tank der Raumfähre Endeavor zu ersetzen. Doch das hätte weitere Verzögerungen gebracht. So entschloss man sich dann doch, in mühseliger und aufwendiger Kleinarbeit die Schäden an der Discovery auszubessern. So kann die Nasa jetzt erst mit erheblicher Verspätung den weiteren Aufbau der Raumstation wieder aufnehmen.

Wenn die Raumfähre Atlantis am übernächsten Sonntag nach dem ersten Shuttle-Start in diesem Jahr in Richtung ISS fliegt, wird sie ein 17,5 Tonnen schweres Bauteil und einen weiteren Solarausleger zu der Weltraum-Basis schleppen, die mittlerweile eine Länge von etwa 60 Metern erreicht hat.

Die Mannschaft unter dem erfahrenen einundvierzigjährigen Shuttle-Kommandanten Rick Sturckow, wird das neue Solarmodul diesmal an der Steuerbordseite der Station installieren. Gleiche Solarausleger waren im vergangenen September an der Backbordseite angebaut worden. Damals hatte es Probleme bei der Inbetriebnahme des Bauteils gegeben. Die Bolzen, mit denen es festgeschraubt war, waren zu fest angezogen: Um nur einen von ihnen zu lösen, brauchten zwei Astronauten mehr als 20 Minuten. Diesmal sei man besser gerüstet, sagte Shuttle-Kommandant Sturckow.

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