Raumstation ISS
Glückliches Ende für Hans im All

Als zweiter Deutscher hat Esa-Astronaut Hans Schlegel eine Außenmission im All durchgeführt. Gemeinsam mit seinem US-Kollegen Rex Walheim installierte er einen neuen Stickstofftank für das Kühlsystem der Raumstation ISS - und warf nebenbei einen kurzen Blick auf die alte Heimat.

HB WASHINGTON/OBERPFAFFENHOFEN. Als zweiter Deutscher in der Geschichte der Raumfahrt schwebte Hans Schlegel am Mittwoch bei seinem ersten Außeneinsatz ins All hinaus. Zusammen mit seinem US-Kollegen Rex Walheim installierte er einen neuen Stickstofftank für das äußere Kühlsystem der ISS. Nach sechs Stunden und 45 Minuten kehrten die beiden Astronauten wieder in die ISS zurück.

Offiziell begann der Außeneinsatz nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) acht Minuten früher als geplant: Um 15.27 Uhr MEZ schalteten die Astronauten an ihren Raumanzügen die Batterieversorgung ein. Mithilfe eines riesigen Roboterarmes holten die beiden Raumfahrer den neuen Stickstofftank aus der Ladebucht der Raumfähre „Atlantis“. Rex Walheim, kopfüber am Roboterarm hängend, löste den vollen Tank, während Schlegel bereits den Austausch des leeren Tanks vorbereitete. Dieser wurde schließlich in der Ladebucht verstaut, um ihn beim Rückflug mit zur Erde zu nehmen.

Kurz vor 16.00 Uhr machte Shuttle-Pilot Alan Poindexter Schlegel aufmerksam: „In fünf Minuten fliegen wir genau über Köln und Aachen hinweg.“ Schlegel, der in Aachen gelebt hatte, antwortete nach DLR- Angaben: „Danke, ich werde hinschauen.“ Viel Zeit für den ergreifenden Blick auf die Erde blieb ihm nicht. Denn bei extremer körperlicher Anstrengung ist jeder Handgriff auf die Minute geplant. „Ein Weltraumspaziergang ist kein Spaziergang“, sagt der Chef des Deutschen Raumfahrtkontrollzentrums in Oberpfaffenhofen bei München, Klaus Wittmann.

Grelles Sonnenlicht und dunkler Schatten wechseln auf den Live- Bildern der NASA von außerhalb der Raumstation. Mit langsamen Bewegungen hangeln die Astronauten an der ISS entlang. Jedes Werkzeug, das sie mit ungelenk wirkenden Bewegungen in ihren riesigen Handschuhen bedienen, ist mit einem Seil angebunden - andernfalls könnte es in der Schwerelosigkeit davonschweben. Auch die Astronauten sind mit einem Stahlseil mit der ISS verbunden. Teilweise sind sie auch mit den Füßen auf einer Halterung am Roboterarm fixiert.

Alles lief nach Plan. „Ich bin zufrieden“, sagte Schlegel am Abend MEZ über Funk. Jeden Handgriff haben die Astronauten vorher auf der Erde eingeübt. Trainiert wird im Wasserbecken: Mit einem dafür geeigneten Raumanzug gehen die Astronauten mehrfach auf Tauchstation, damit der Einsatz im All dann ohne Fehler klappt.

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